Sie sind jetzt Maßschneiderinnen (von links): Gabriele Schneider, Fabienne Gruhler, Hannah Albrecht, Linda Müller, Sanja Meister
Sie sind jetzt Maßschneiderinnen (von links): Gabriele Schneider, Fabienne Gruhler, Hannah Albrecht, Linda Müller, Sanja Meister, Alexandra Tronsberg und Melissa Burgold haben ihre Gesellenbriefe erhalten und feiern ihren Abschluss. (Foto: hab)
Renate Habermaas

Zusammen mit ihrer Schneidermeisterin Giulia Topp-Caburet, mit vielen Lehrern und Verwandten haben sieben Maßschneiderinnen am Mittwoch in der Bernd-Blindow-Schule in einer Lehrabschlusfeier ihre bestandene Gesellenprüfung gefeiert. Sie luden zu einer Ausstellung „Schneiderei-früher und heute“ ein, um danach ihre eigenen Gesellenstücke vorzuführen und für die dreijährige Ausbildung mit einem Gesellenbrief ausgezeichnet zu werden.

„Diese Feier ist der erste Baustein in diesem beruflichen Leben als Schneiderin“, sagte Obermeisterin Karin Stiefel und nannte die Schneiderei einen kreativen Beruf, der viel Fleiß und Leidenschaft verlange. „Ruhen sie sich nicht auf ihrem Können aus“, motivierte Brigitte Thanner-Mang als Vorsitzende der Prüfungskommission die frisch gebackenen Schneiderinnen bei der Überreichung des Gesellenbriefes und riet ihnen, sich weiterzubilden.

Für Schneidermeisterin Ursula Kowalewski, die bei der Abschlussprüfung der Absolventinnen Aufsicht hatte, ist die Schneiderei eine Kunst, die nie aus der Mode kommt. „Bei der Schneiderei gibt es keine Rente“, meinte sie und verwies auf die 80-jährigen Modedesigner Giorgio Armani und Karl Lagerfeld, die auch noch werkelten. „Wir waren drei Jahre in diesem Kurs und das in Vollzeit“, sagte Hannah Albrecht als Jahrgangsbeste, die nach ihrem Abschluss im Theater Konstanz als Kostümassistentin arbeiten wird.

Neben theoretischen Fächern über das Nähen und Design hatten die Schülerinnen auch allgemeinbildende Fächer und nähten 18 Stunden in der Woche an der Nähmaschine. „Mode ist etwas sehr Interessantes und es steckt mehr dahinter als man denkt“, sagte Absolventin Sanja Meister, die durch diesen Kurs zu ihrem eigenen Stil gefunden hat, wie sie erzählte. Im Laufe der Ausbildung habe sie Grundtechniken gelernt wie Knopflöcher von Hand nähen, Jackentaschen sauber einnähen und jedes kleine Element, das für ein Kleidungsstück wichtig sei. Sie hat sich als Stylistin bei Levi’s beworben und hofft auf eine Zusage.

Für das Abschlussstück hatten die angehenden Schneiderinnen eine Woche Zeit, in der sie selbst den Schnitt einer Hose oder eines Rockes mit passender Jacke dazu entwarfen, zuschnitten und nähten. Das Ergebnis waren Unikate, die die Absolventinnen selbst vorführten: Hosenanzüge mit Perlenstickerei am Gürtel, Kostüme mit versenkten Taschen in der Jacke und gesticktem Blütenzweig am Rücken und Röcke mit Spitze und Perlen bestickt. Giulia Topp-Caburet, die die diesjährige Abschlussklasse betreute, und Martina Schneemann, Fachleiterin der Abteilung Mode und Design zeigten sich zufrieden mit den Leistungen und Topp-Caburet bescheinigte den Absolventinnen viel Fleiß.

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