Mit dem „Hui Wui“ in den „Wackelwald“

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Tolle Stimmung bei allen Beteiligten zum Abschluss der zweiwöchigen Ferienfreizeit in der Tannnenhagschule. Bild: Geiselhart
Tolle Stimmung bei allen Beteiligten zum Abschluss der zweiwöchigen Ferienfreizeit in der Tannnenhagschule. Bild: Geiselhart (Foto: Picasa)
Brigitte Geiselhart

Große Freude und viele glückliche Gesichter bei allen Beteiligten hat es auch in diesem Jahr bei der zweiwöchigen Ferienbetreuung in den Räumen der Tannenhag-Schule gegeben. Zum Abschluss wurden alle teilnehmenden Kinder und Jugendliche, Betreuer und Eltern zum gemeinsamen Frühstück eingeladen – und man konnte die zurückliegenden ereignisreichen Tage noch einmal Revue passieren lassen. Organisiert und durchgeführt wird die Aktion seit Jahren von der Lebenshilfe Bodenseekreis in Kooperation mit der „Schule am See“ und den Offenen Hilfen der Diakonie Pfingstweid.

Bei Wasserspielen und Schnitzeljagd ging so richtig die Post ab. In der Wissenswerkstatt wurde ein „Hui-Wui“ mit Propeller gebaut, mit dem Katamaran ging es gemeinsam nach Konstanz. In Bad Buchau wurde der „Wackelwald“ und in Bad Schussenried eine Ausstellung zum Anfassen besucht. Logisch, dass auch gebastelt und zusammen Spaghetti und Pizza gekocht wurde. Kurzum: Der Spaßfaktor war bei 25 Kindern mit Behinderungen, mitmachenden Geschwisterkindern im Alter von sieben bis 20 Jahren hoch, genauso wie bei den 18 Betreuern. „Wir haben eine Kinder- und eine Jugendgruppe gebildet, wobei die Einteilung nicht nach dem Alter, sondern nach Bedürfnissen erfolgt ist. Das Besondere an dieser Freizeit ist der inklusive Charakter – sowohl bei den Kindern und Jugendlichen, als auch auf Betreuerseite“, freuen sich auch Heiderose Rauch und Gabi Müller von der Lebenshilfe.

Mit Freunden macht alles Spaß

„Es war einfach klasse“, sagt der elfjährige Constantin. Was ihm denn am besten gefallen hat? „Mit dem Auto unterwegs zu sein, war besonders toll“, meint er. „Aber auch die Wasserspiele. Ich kann nämlich schon ganz allein reinspringen und fast schon ganz allein schwimmen. Und ich freu mich, dass meine Freunde Kai, Leonie, Julia, Jannik und Dominik alle auch dabei waren.“ Begeistert ist auch die neunjährige Yulanda. Ihr hat einfach alles Spaß gemacht. „Vor allem Tausendundeine Nacht mit Märchenzelt.“

Zu den Männern und Frauen, die auch in diesem Jahr wieder ihren Urlaub dafür verwendet haben, um als ehrenamtliche Betreuer aktiv zu sein, gehört Michael Kreutter als Leiter der Jugendgruppe. „Die Kinder sind sehr dankbar für dieses Angebot – und sie sind traurig, wenn es wieder vorbei ist“, weiß der gelernte Altenpfleger aus Erfahrung. Er ist schon seit 15 Jahren als Helfer dabei und darum bemüht, auch immer wieder neue Programmpunkte mitaufzunehmen. „In diesem Jahr war natürlich die Hitze eine große Herausforderung“, fasst er zusammen. „Da hat das Bauen einer Schattenburg sehr gut ins Angebot gepasst.“

Zum Betreuerteam gehören auch Yvonne Maier und Anika Weisner. „Wir sind zum vierten Mal dabei und ergänzen uns prima in Organisation und Kreativität“, sagen sie zufrieden. Freuen kann sich auch der 21-jährige Julian. Er war früher selbst Tannenhag-Schüler und hilft jetzt gerne als Betreuungs-Assistent mit.

„Die Kinder sind hier prima aufgehoben“, befindet Manuela Benz als alleinerziehende Großmutter. „Unsere Leonie hat ihre Besonderheit, woanders wäre ihr der Trubel viel zu viel. Und ihrem kleinen Bruder Jannik gefällt’s auch sehr gut“, erzählt sie. „Die Aktion ist aber auch für mich eine Entlastung. Ich kann mal wieder richtig durchatmen.“

Nach der Ferienbetreuung ist aber auch vor der Ferienbetreuung. Dass sie im kommenden Jahr wieder mit dabei sind, das steht für Constantin, Yulanda, Kai, Leonie, Julia, Jannik, Dominik und viele anderen Kinder und Jugendliche schon jetzt außer Frage. „Aber natürlich steht und fällt alles mit einem engagierten Betreuerteam. Und hier findet sich sicher noch ein Plätzchen für Interessierte. Wir sind immer dankbar für Verstärkung,“ sagt Heiderose Rauch.

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