Mit dem Hubschrauber geht’s in eine Spezialklinik

Wenn es zu Komplikationen geht, müssen Frühgeborene umgehend in eine Spezialklinik verlegt werden.
Wenn es zu Komplikationen geht, müssen Frühgeborene umgehend in eine Spezialklinik verlegt werden. (Foto: ARchiv Manuel Stark)
Schwäbische Zeitung

Acht Wochen zu früh hat unlängst ein kleiner Junge im Mutter-Kind-Zentrum des Klinikums Friedrichshafen das Licht der Welt erblickt, teilt der Medizincampus Bodensee mit. Die Lunge des Kindes war noch nicht voll ausgereift, es atmete nicht selbstständig und „im Verlauf der ersten Lebensstunden traten zusätzlich immer wieder schwere Herz-Rhythmus-Störungen auf“, erinnert sich Dr. Steffen Kallsen, Kinderkardiologe und Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche am Klinikum. Dann muss es mitunter schnell gehen. Ein Fall für den Rettungshubschrauber, oder – wie das Klinikum schreibt – den „fliegenden Baby-Inkubator“.

Jährlich kommen laut Pressemitteilung etwa 1200 Kinder auf die Welt, einige davon zu früh oder krank, und genau diese Neugeborenen werden dann im Perinatalzentrum Level II versorgt. Bei manchen Frühgeborenen kommt es zu Komplikationen und das so junge Leben kann nur durch eine sofortige Verlegung an eine Spezialklinik gerettet werden. Oft sind es die kleinsten Patienten, die im Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden müssen. Begleitet werden sie dabei von Kinderärzten, die auf die Versorgung von Früh- und Neugeborene spezialisiert sind – So wie der kleine Junge, der in die Universitätsklinik Tübingen geflogen wurde.

„Sein kleines Herz schlug zu schnell und zu unregelmäßig, wir konnten die Rhythmusstörungen trotz zahlreicher Therapieversuche nicht anhaltend terminieren.“ Das kleine Herz setzte aus, der Säugling konnte wiederbelebt werden. Aber den Kinderärzten war schnell klar, dass dieses Kind nur in einer Spezialklinik erfolgversprechend weiterbehandelt werden konnte. Ein klassischer Fall für den Rettungshubschrauber Christoph 45 und die routinierte Crew. „Wir sind sehr froh über unsere direkte Anbindung an den Hubschrauber. Hätten wir das Frühgeborene mit einem Rettungswagen nach Tübingen bringen müssen wäre wertvolle Zeit verloren gegangen und wir hätten das Kind vermutlich verloren“, so Dr. Kallsen. Nach einer Woche intensivmedizinsicher Behandlung in einer Herz-Lungen-Maschine konnte der Knabe wieder nach Friedrichshafen zurückverlegt und einige Wochen später ohne weitere Komplikationen entlassen werden. „Es ist immer wieder ein Wunder für uns, was solch kleine Frühgeborene durchstehen können“, sagt Kallsen, für den die Teamarbeit zwischen Kinderkardiologen und Neonatologie (Frühchenmedizinern) sowie die schnelle Notfalllogistik mit dem Hubschrauber maßgeblich zu dem Wunder beiträgt.

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