Mit 75 noch einmal mit der Jugendliebe segeln

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Die olympischen Finn-Dinghies sind jedes Jahr bei der Intreboot-Trophy zu Gast beim Württembergische Yacht-Club (unser Foto). V
Die olympischen Finn-Dinghies sind jedes Jahr bei der Intreboot-Trophy zu Gast beim Württembergische Yacht-Club (unser Foto). Vom 7. bis 12. August wird der WYC nun die Internationale Deutsche Meisterschaft dieser olympischen Einmann-Bootsklasse in Seemoos ausrichten. 68 Boote aus sechs Nationen sind gemeldet. (Foto: wyc)
Schwäbische Zeitung

Das Finn-Dinghy

Das Finn-Dinghy ist 4,5 Meter lang, 1,5 Meter breit und rund 116 Kilogramm schwer. Es wird von einer Person alleine gesegelt. Die Segelfläche des Großsegels, dem einzigen Segel der Jolle, beträgt zehn Quadratmeter. Das Finn-Dinghy ist seit 1952 durchgehend olympische Bootsklasse in der Kategorie „Schwergewicht Einhand Männer“. Das hohe Gewicht des Rumpfes verleiht dem Boot vor allem Stabilität, eine lange Lebensdauer und Wertbeständigkeit. In jahrzehntelanger wissenschaftlicher Tüftelei und Experimentierarbeit wurde herausgefunden, wo die Rumpfstrukturen flexibler und wo sie steifer ausgestattet werden müssen, um optimale Segeleigenschaften zu erzielen. Modernste Kunststofftechnologie machte diese Entwicklung möglich. Größtes Experimentierfeld waren jedoch Mast und Segel. Hier sind Carbon-Masten und Foliensegel erste Wahl. Das Boot reagiert empfindlich auf den Gewichtstrimm und muss bei Wind hart ausgeritten werden. Ein Körpergewicht von 80 bis 100 Kilogramm und durchtrainierte Kondition sind erforderlich, um den Finn erfolgreich zu segeln. Da die Geschwindigkeitsunterschiede gut getrimmter Finns relativ gering sind und das Boot schnelle Manöver zulässt, kommt der Taktik entscheidende Bedeutung zu.

„Die Klasse hat viele Vorteile, zum Beispiel, dass auch ältere Boote durchaus noch national konkurrenzfähig sind“, sagt Uwe Barthel, der Vorsitzende der Deutschen Finnsegler-Vereinigung.

Vom 7. bis zum 12. August wird der Württembergische Yacht-Club (WYC) die Internationale Deutsche Meisterschaft der olympischen Finn-Dinghy-Klasse ausrichten. 68 Teilnehmer aus sechs Nationen werden in Seemoos erwartet. Zehn Wettfahrten sind geplant, die erste soll am Mittwoch, 8. August, um 13 Uhr gestartet werden; am Tag vorher beginnt die Registrierung und Kontrollvermessung.

Als Wettfahrtleiter konnte, wie der WYC mitteilt, Fabian Bach gewonnen werden, der schon in dieser Funktion bei den Olympischen Spielen in Rio war und bei der Kieler Woche, seit diesem Jahr sogar als Chef-Wettfahrtleiter, aktiv ist.

Bei den Finns, wie Segler die Boote liebevoll nennen, handelt es sich um 4,50 Meter lange und mit 116 Kilogramm Rumpfgewiht recht schwere Boote, die von einer Person gesteuert werden.

Die Finns werden in zwei Gruppen starten, etwa zur Halbzeit wird dann in eine Gold- und Silber-Flotte aufgeteilt. Am Sonntag, 12. August, werden die besten zehn Teilnehmer der Gold-Flotte ein Medal Race segeln, alle anderen Teilnehmer werden ebenfalls eine finale Wettfahrt segeln.

Sieger der Travemünder Woche ist einer der Favoriten

Als Viertem der aktuellen Rangliste kommt André Budzien (Schweriner YC) die Favoritenrolle zu – die ersten drei sind gerade bei der Weltmeisterschaft in Dänemark. Zum Favoritenkreis zählt auch Fabian Lemmel (SV03), der gerade erst die Travemünde Woche gewonnen hat und in der Rangliste der Finn-Dinghies an sechster Stelle steht. „Das ist wirklich die anspruchvollste Klasse, die ich kenne. Man wird physisch sehr gefordert und muss auch taktisch sehr klug agieren“, sagte der 49-Jährige aus Berlin, der seit elf Jahren im Finn segelt, nach seinem ersten Sieg auf der Ostsee. Als weitere Spitzensegler sind Claus Wimmer (SC Laacher See Mayen), Rainer Haacks (FS Dortmund), Uli Breuer (YC Rursee) und Nicolas Thierse (Joersfelder SC) zu nennen. Nur eine Frau steht auf der Meldeliste: Sabine Breuer (YC Rursee).

Die lokale Aufmerksamkeit ist Peter Ganzert gewiss, der als Landestrainer des LSV Baden-Württemberg seinen Arbeitsplatz in Seemoos hat und dadurch einen gewissen Vorsprung in der Revierkenntnis hat. Dank einer Wildcard meldete zuletzt noch Jochen Frik. Für den 75-jährigen Allrounder vom WYC (Bootsbauer, Segelmacher, Masseur, Schnellsegler, Trainer) war in seiner Jugendzeit der Finn das Größte. Das Leichtgewicht war auf Leichtwindrevieren kaum zu schlagen. Für die IDM kehrt er noch einmal zu seiner Jugendliebe zurück. Wie die Segler aus Polen, der Tschechischen Republik, Frankreich, Österreich und der Schweiz einzuschätzen sind, wird sich nach den ersten Wettfahrten zeigen.

Das Finn-Dinghy

Das Finn-Dinghy ist 4,5 Meter lang, 1,5 Meter breit und rund 116 Kilogramm schwer. Es wird von einer Person alleine gesegelt. Die Segelfläche des Großsegels, dem einzigen Segel der Jolle, beträgt zehn Quadratmeter. Das Finn-Dinghy ist seit 1952 durchgehend olympische Bootsklasse in der Kategorie „Schwergewicht Einhand Männer“. Das hohe Gewicht des Rumpfes verleiht dem Boot vor allem Stabilität, eine lange Lebensdauer und Wertbeständigkeit. In jahrzehntelanger wissenschaftlicher Tüftelei und Experimentierarbeit wurde herausgefunden, wo die Rumpfstrukturen flexibler und wo sie steifer ausgestattet werden müssen, um optimale Segeleigenschaften zu erzielen. Modernste Kunststofftechnologie machte diese Entwicklung möglich. Größtes Experimentierfeld waren jedoch Mast und Segel. Hier sind Carbon-Masten und Foliensegel erste Wahl. Das Boot reagiert empfindlich auf den Gewichtstrimm und muss bei Wind hart ausgeritten werden. Ein Körpergewicht von 80 bis 100 Kilogramm und durchtrainierte Kondition sind erforderlich, um den Finn erfolgreich zu segeln. Da die Geschwindigkeitsunterschiede gut getrimmter Finns relativ gering sind und das Boot schnelle Manöver zulässt, kommt der Taktik entscheidende Bedeutung zu.

„Die Klasse hat viele Vorteile, zum Beispiel, dass auch ältere Boote durchaus noch national konkurrenzfähig sind“, sagt Uwe Barthel, der Vorsitzende der Deutschen Finnsegler-Vereinigung.

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