Mit 17 Jahren spielte er schon für Rumänien

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Büffelt in Friedrichshafen fürs Abi in Rumänien: VfB-Außenangreifer Adrian Aciobanitei.
Büffelt in Friedrichshafen fürs Abi in Rumänien: VfB-Außenangreifer Adrian Aciobanitei. (Foto: Günter Kram)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Kaffeetrinken, Shoppen, Playstation spielen, Musik hören, Filme schauen: Diese Freizeitbeschäftigungen dürfte Robert Adrian Aciobanitei mit vielen Altersgenossen teilen. Kaum jemand wird hingegen den Hauptberuf ausüben, für den sich der 18-jährige Rumäne früh entschieden hat: Er ist Volleyballprofi – und seit dieser Saison beim VfB.

Bei „Ady“ scheint absolut zuzutreffen, was im Volksmund mit „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, umschrieben wird. Papa Cesar ist Volleyballtrainer, und da lag es nahe, dem ältesten Sohnemann – wie auch seinen drei Brüdern – das Volleyballspielen von der Pike auf beizubringen. „Meine Familie ist voll volleyballaffin“, so der 1,93-Meter-Mann.

Los ging es mit Baggern, Pritschen und Schmettern für Aciobanitei im zarten Alter von zehn Jahren. Damals stand bei ihm auch Fußball hoch im Kurs, entsprechend ausgefüllt war sein Tagesablauf: Morgens kicken, mittags Schulbank drücken, abends Volleyballspielen. Mit 14 Jahren zog seine Familie von Adys Geburtsort Suceava in Nordostrumänien in die Volleyball-Hochburg Constanta. Dort legte das Ausnahmetalent binnen kurzer Zeit eine steile Karriere hin: Er spielte sich ins Juniorennationalteam, mischte in der obersten Spielklasse seines Landes bei seinem Club CVM Tomis Constanta mit und stand schon als 17-Jähriger in der Männernationalmannschaft – kein Wunder, dass die Rede vom „Rumänischen Volleyball-Wunderkind“ die Runde machte. Da war es nur logisch, dass – der ebenfalls in Rumänien geborene und aufgewachsene – Stelian Moculescu auf den Außenangreifer aufmerksam wurde.

Im Sommer vergangenen Jahres wechselte Robert Adrian Aciobanitei vom Schwarzen Meer an den Bodensee – und schloss mit dem Cheftrainer des VfB Friedrichshafen einen Vierjahresvertrag. Der steht jetzt auf dem Prüfstand, nachdem Moculescu seinen Rücktritt verkündet hatte. „Mit dem VfB Meister werden“ lautet daher das Nahziel des 18-Jährigen. Und auch schulisch sucht er den Erfolg: Derzeit bereitet sich Ady aufs rumänische Abitur vor und büffelt in jeder freien Minute abseits von Training und Wettkampfeinsätzen fleißig Geografie und Geschichte.

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