Personen halten verschiedene Zahlen vor sich
Bernd Herbinger, Ulrich Föhr, Sabine Hornig, Martin Hennungs und Harald Ruppert (von links) freuen sich über das Rekordergebnis. (Foto: Felix Kaestle)

Noch nie stieß Häfler helfen auf eine so große Spendenbereitschaft. 123 929,40 Euro gingen 2019 und im Rahmen der Weihnachtsaktion ein. Das sind 16 838 Euro mehr als im Jahr davor. Die größten Einzelspenden stammen von Oberbürgermeister Andreas Brand, der Assekuranz-Makler GmbH Walter Frey und der Fränkel AG.

Stadtdiakon Ulrich Föhr spricht von einer „fantastischen Zahl“. „Die Spendenbereitschaft ist jedes Jahr aufs Neue beeindruckend“, fügt Sabine Hornig von der Familienberatung, Schwangerenberatung und Schwangerschaftskonfliktberatung der evangelischen Diakonischen Bezirksstelle an. Der katholische Dekan Bernd Herbinger sieht im Ergebnis „ein starkes Zeichen dafür, dass die Notlagen von Menschen in Friedrichshafen nicht für selbstverständlich genommen werden“. Denn es geht bei Häfler helfen nicht um neue Spendenrekorde, sondern um das, was die Spenden ausdrücken: Mitmenschlichkeit gegenüber denen, die in unserer Stadt am Rand stehen. Mit jeder Spende zeigen die Häfler, dass diese Hilfe von ihnen mitgetragen, sie nicht nur an die offiziell dafür zuständigen staatlichen Stellen ausgelagert wird. Insgesamt gingen 602 Überweisungen ein, darunter viele von Erstspendern.

Am häufigsten, nämlich 156 mal, wurden 100 Euro gespendet, gefolgt von 50 Euro, die 153 mal überwiesen wurden. Außerdem wurden 23 mal 150 Euro gespendet, 60 mal 200 Euro, 28 mal 300 Euro und 24 mal 500 Euro. Auch kleinere Spenden von 10 und 20 Euro finden sich, die keineswegs geringer geschätzt werden. „Unter den Spendern sind alte Leute, die von Grundsicherung leben und trotzdem zehn Euro gespendet haben“, sagt Ulrich Föhr. „Das fällt ihnen so schwer wie jemand anderem eine Spende von 100 Euro.“

Die Spenderinnen und Spender können sicher sein, dass jeder überwiesene Cent dort ankommt, wo er gebraucht wird. Verwaltet wird das Geld nämlich von der katholischen und der evangelischen Kirche, und das gänzlich ohne Abzüge. Damit steht Häfler helfen ziemlich einzigartig da. „Bei Spendenaktionen geht üblicherweise ein Minimum von sechs Prozent der Spenden für die Verwaltungskosten ab. Bei professionellen Spendeneintreibern sind es bis zu 30 Prozent“, sagt Bernd Herbinger. Auch um Häfler helfen bekannt zu machen, werden die Spenden nicht angerührt: Die Kosten für die neue Häfler helfen-Homepage teilen sich die Kirchen, für die Informationsflyer kommt, als Partner der Aktion, die „Schwäbische Zeitung“ auf.

„Wir arbeiten mit Glaubwürdigkeit; und wir dürfen sie nicht aufs Spiel setzen“, sagt SZ-Lokalchef Martin Hennings. Damit meint er den vertrauenswürdigen Umgang mit den Spenden ebenso wie den Beitrag der SZ zu Häfler helfen. Dieser besteht in Berichten über Menschen, die in Not geraten sind und die anschaulich machen, wie die Spendengelder verwendet werden.

Durch die Spenderinnen und Spender kann auch in diesem Jahr wieder schnell und unbürokratisch geholfen werden, wo Not am Mann ist. Der evangelische Codekan Gottfried Claß, Dekan Bernd Herbinger, Diakon Ulrich Föhr, Dagmar Neuburger und Sabine Hornig danken allen, die dazu beigetragen haben. Natürlich bleibt das Spendenkonto auch unterm Jahr für Überweisungen offen.

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