Christina Mikalo

Mehr Eltern melden ihr Kind für eine frühkindliche Förderung an. Das geht aus dem Jahresbericht der Interdisziplinären Frühförder- und Beratungsstelle Markdorf der Stiftung Liebenau hervor, der am Montag in der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit im Landratsamt vorgestellt wurde. Demnach stieg die Anzahl der angemeldeten Mädchen und Jungen gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel.

2017 betreute die Frühförderstelle Markdorf 239 Kinder, die von Geburt an behindert oder von einer Behinderung bedroht waren. Im Jahr zuvor waren es 235, 2015 noch 221 Minderjährige gewesen.

Knapp zwei Drittel der betreuten Kinder waren 2017 Jungen. 46 Prozent waren älter als sechs Jahre. Über die Hälfte der Kinder erhielt eine Förderung in einem Fachbereich wie Motorik, der Rest sogar in mehreren. Rund 50 dieser Mädchen und Jungen erzielten dabei so große Fortschritte, dass sie 2018 nicht weiter betreut werden mussten.

Fördern noch vor der Schule

Die steigenden Anmeldezahlen für eine Frühförderung freuen Sylvia Unseld, Leiterin der Förderstelle Markdorf: „Je früher die gezielte Förderung ansetzen kann, umso effektiver können nachfolgende Entwicklungsschwierigkeiten vermieden oder abgemildert werden.“ Bei der überwiegenden Zahl der Kinder sei die Anmeldung daher sinnvoll. Durch gezielte Hilfe, etwa im Bereich der Körperwahrnehmung, könne oft noch vor dem Schuleintritt an der Kindesentwicklung gearbeitet werden. Davon profitierten Mädchen und Jungen, die unter Entwicklungsverzögerungen litten und sich daher nicht altersgerecht verhielten.

Mehr Personal eingestellt

Dennoch stellt die zunehmende Nachfrage nach Frühförderungen die Verantwortlichen der Förderstelle Markdorf auch vor Probleme: Für viele Kinder gab es in der Vergangenheit nicht genügend Betreuer: Sie mussten manchmal wochen- oder sogar monatelang auf der Warteliste stehen.

Die Frühförderstelle hat auf den Personalmangel reagiert und 2017 neue Betreuer eingestellt. Den steigenden Bedarf an Förderungen führt sie auf die intensivere Zusammenarbeit mit Kinderärzten zurück. Der Ausschuss für Soziales und Gesundheit nahm die Ergebnisse des Jahresberichts ohne weitere Debatte zur Kenntnis.

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