Zur traditionellen Adventsfeier hat die Häfler Fraternität in die Aula der Droste-Hülshoff-Schule eingeladen. Am Mikrofon die Vo
Zur traditionellen Adventsfeier hat die Häfler Fraternität in die Aula der Droste-Hülshoff-Schule eingeladen. Am Mikrofon die Vorsitzende Irene Hellwig. Bild: Geiselhart (Foto: big)

Eigentlich „nur“ ein gemütlicher Nachmittag mit ein paar unterhaltsamen Stunden – und doch viel mehr als das. „Wenn die Häfler Fraternität zur Adventsfeier einlädt, dann ist das für viele unserer Mitglieder eine willkommene Gelegenheit, mal wieder raus aus den eigenen vier Wänden zu kommen und ihren Alltag mit etwas Abwechslung zu bereichern“, sagt Siegfried Graustein vom Leitungsteam.

„Ja, das stimmt. Ich bin seit 1976 Mitglied der Fraternität. Wenn ich gesundheitlich dazu in der Lage bin, dann komme ich zu allen Veranstaltungen“, ergänzt Mathilde Hollschwandner. „Es ist ein netter Kreis, man kennt sich, man schätzt sich und kann sich mit allen unterhalten. Und das Organisationsteam sorgt immer für ein tolles Programm.“

Seit 1975 gibt es die Fraternität Friedrichshafen. Sie wurde von Rosmarie Rothmund und Josef Benz gegründet. „Damals erkannten aufmerksame Mitbürger, dass auf dem Weg durchs Leben aus Menschen unterwegs sind, die Hilfe benötigen. Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, Kranke und Schwache. Auch sie wollten und sollten auf ihrem Weg durchs Leben vorankommen“, so die einfühlsamen Worte der heutigen Fraternitäts-Vorsitzenden Irene Hellwig beim Festakt zum 40-jährigen Bestehen vor drei Jahren im Graf-Zeppelin-Haus. „Man fühlt sich lebendig, wenn man sich des Wohlwollens anderer erfreut“, sagte sie in Anlehnung an ein Goethe-Zitat bei der diesjährigen Adventsfeier, die wieder in der Aula der Droste-Hülshoff-Schule stattfand – und lenkte den Blick auf die zahlreichen langjährigen Unterstützer der Fraternität

Schüler helfen bei Vorbereitung

„Ich bin begeistert von der Fraternität, die seit vielen Jahren zu einem Selbstläufer geworden ist“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Beate Luther-Kirner. „Wir möchten uns als Schule am Sozialen und am Gemeinwohl beteiligen. Besonders freue ich mich darüber, dass es längst zur Selbstverständlichkeit geworden ist, dass die Schülermitverwaltung Kuchenspenden organisiert und sich viele Schüler bei der Vorbereitung und Bewirtung engagieren.

„Ich bewundere Ihre positive Lebenseinstellung. Sie bejahen das Leben, so wie es ist. Und Sie überwinden die Hürde zur sozialen Teilhabe – das ist wichtig“, betont Lions-Mitglied Michael Emmert. Der Friedrichshafener Service-Club spielt seit jeher eine nachhaltige Rolle für die Fraternität. Er hat unter anderem bereits 1980 mit Spendengeldern den ersten Bus finanziert. Wohlwollen darf die Fraternität aber auch von Stadt und Landkreis erfahren. „Seit vielen Jahren steht die Fraternität Menschen mit Behinderungen und Langzeiterkrankungen mit Rat und Tat zur Seite. Sie sind ein wichtiger und zuverlässiger Partner für die Menschen und tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, dass gleichberechtigte Integration in die Gesellschaft gelingen kann“, sagt Maria Gerard, Leiterin des Jobcenter Bodenseekreis, in Vertretung von Landrat Lothar Wölfle.

„Es ist eine Freude zu sehen, wie das Leben trotz Handicap gemeistert werden kann“, sagt Stadträtin Magda Krom in Vertretung des Oberbürgermeisters. „Die Fraternität ist ein Vorzeigeprojekt, das zeigt, wie man in schweren Zeiten einander unterstütze und helfen kann.“ Zeit für Worte zum Advent von Diakon Paul Hildebrand und wunderschöne Klavierbegleitung durch Pianistin Jasmin Remppis.

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