Meditierend aufs Treppchen

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Günter Kram
Redakteur

„Der April macht, was er will“ – in Fischbach nicht. Da macht er das, was die Fischbacher sich wünschen. Bei fast allen der jetzt 16 Fischbacher Halbmarathon-Veranstaltungen herrschte Bilderbuchwetter. So auch am vergangenem Samstag. „Wir haben ideale Bedingungen für Läufer, 12 bis 15 Grad und nur ein leichtes Lüftchen“, begrüßte TSV-Organisator Halrald Sewcz die rund 600 Teilnehmer, die sich auf insgesamt sechs Laufstrecken verteilten.

Die namensgebende Halbmarathonstrecke war heuer mit 175 „Finishern“ nur zweiter Sieger. Beim „Fischbacher Viertele“ (10,4 Kilometer) erreichten 203 Läuferinnen und Läufer das Ziel. Der Halbmarathon entsprach auch nicht 21,0975 Kilometern, sondern war wegen einer Straßenbaustelle etwa einen Kilometer länger und die Laufzeiten je nach Tempo vier bis sechs Minuten langsamer. Vielleicht haben die „Tempoläufer“ deshalb das Feld der bisherigen zweiten Reihe überlassen.

Sieger Mantas Simkus war dennoch im Vergleich zum Vorjahr, als er den sechsten Platz belegt hatte, rund sechs Minuten schneller. Der Chirurg aus Litauen, der am hiesigen Klinikum arbeitet, verriet auch warum: „Ich laufe fast täglich, aber nicht um besonders schnell zu werden, für mich ist Laufen Ausgleich und Meditation.“ Flott war er trotzdem, denn mit seiner Zeit von 1:21:51,7 Stunden hatte er 3:18 Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Christian Weißensberger (Diakonie Pfingstweid). Der Behindertensportler Weißensberger hatte vor drei Jahren sogar gewonnen und zeigte diesmal auch mit seinem zweiten Platz, dass Inklusion im Sport angekommen ist. Der dritte Gesamtrang ging an Jan Reich von der LG Welfen.

Auch die Gesamtsiegerin hatte keiner auf der Rechnung: Als strahlende Erste lief die 21-jährige Mona Kasper aus Konstanz ins Stadion ein (1:35:44). Sie beendete ihren dritten Halbmarathon zum dritten Mal als Erste. Von der Strecke zeigte sie sich überrascht: „Mit so vielen Bergen hätte ich hier nicht gerechnet“. Fast genau fünf Minuten hinter der Konstanzerin überquerte Simone Pawlinka (Stadt Friedrichshafen „Fit im Team“) die Ziellinie.

Das „Viertele“ dominierte ein Gast aus der Schweiz. Manuel Stocker war in 38:26 Minuten klar schnellster auf der Strecke. Bei den Frauen war der Sieg von Halbmarathon-Abo-Siegerin Monica Carl (LG Welfen) dagegen keine Überraschung.

Fast doppelt so viele Starter als im Vorjahr (64) hatte der „Demokratie leben“-Lauf (3,7 Kilometer) angelockt, der ein Zeichen setzen sollte für Miteinander und Toleranz – nicht nur im Sport (wir berichteten). Gewertet wurden hier allerdings nur die unter 20-Jährigen. Beim Rest wurde lediglich die Zeit erfasst. Die schnellsten Zeiten erzielten Lukas Klimt (Schwimmverein FN) und Hojjat Rezai (Team SportMittler), sowie Natalie Heina (HSG) und Claire Wagner. Prominenteste Läuferin bei diesem Wettbewerb: Die Multi Seniorenwelt- und Europameisterin Marie Heilig-Duventäster von der LG Welfen. Stadtmeister bei den Schülern (1000 Meter) wurden Sven Kiseljow (SV Kehlen) und Sophia Schlumberger vom gastgebenden TSV Fischbach.

Begonnen hatte die Veranstaltung mit einem besonderen Highlight: Sportbürgermeister Andreas Köster schickte die drei- bis sechsjährigen „Zwergenmarathonis“ (421,95 Meter) nach einem temperamentvoll ausgeführten Warm-up auf die Stadionrunde.

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