Martin Herzog: Magdas Masterpläne gingen auf

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Der ehemalige OB Martin Herzog gratuliert Magda Krom mit einer unterhaltsamen Festrede. Sie verbindet eine langjährige Freundsch
Der ehemalige OB Martin Herzog gratuliert Magda Krom mit einer unterhaltsamen Festrede. Sie verbindet eine langjährige Freundschaft. (Foto: Gus)
Gunthild Schulte-Hoppe

Mehr als 60 Mal im Jahr ist Magda Krom als ehrenamtliche Stellvertreterin des Oberbürgermeisters im Einsatz, um Altersjubilaren und Jubiläumshochzeitspaaren zu gratulieren. Am Dienstag stand die CDU-Kommunalpolitkerin selbst im Mittelpunkt: Im Restaurant des Graf-Zeppelin-Hauses hat ihren 80 Geburtstag gefeiert. Übrigens mit zweimonatiger Verspätung, weil der eigentliche Geburtstag aufs Seehasenfest fiel.

Magda Kroms Wirken in weniges Sätze zu fassen, ist schier unmöglich: Seit 1980 sitzt sie für die CDU im Häfler Gemeinderat, von 1989 bis 2014 gehörte sie zusätzlich 25 Jahre dem Kreistag an. Schon vor ihrer politischen Gremienarbeit hatte Magda Krom die Seniorenarbeit in Friedrichshafen angekurbelt. Viele kennen die Häflerin aus ihrer Zeit als Lehrerin in der Ludwig-Dürr-Schule oder der Mädchenrealschule St. Elisabeth.

„Ich danke allen, die mich bei meinem Wirken unterstützt haben“, sagte Magda Krom zur Begrüßung der rund 50 Freunde, Verwandten und Wegbegleiter, zu denen auch Klinikchef Johannes Weindel, der ehemalige Zeppelin-Konzernchef Ernst Susanek und Alt-OB Martin Herzog zählten. Für den musikalischen Auftakt sorgte die Musikkapelle Fischbach mit einem Ständchen für ihr langjähriges Fördermitglied. Beim Graf-Zeppelin-Marsch übernahm Martin Herzog kurzerhand den Dirigentenstab. Ebenso schwungvoll wie das Standkonzert war die Rede, die der ehemalige Häfler Oberbürgermeister zu Ehren seiner langjährigen Freundin hielt.

Dabei hob er besonders das soziale Engagement hervor. So sei sie die erste Lehrerin in Friedrichshafen gewesen, die mit ihren Schülerinnen ein Altenheim besucht hätte, um Brücken zwischen Alt und Jung zu schlagen. Anschließend hätte Magda Krom eine Senioren-AG gegründet und einen Sechs-Punkte-Programm aufgestellt, das Hilfe zur Selbsthilfe im dritten Lebensabschnitt, Sinn-orientierung, Freizeitgestaltung, Kampf gegen Vereinsamung, Jung und Alt zusammenbringen und Einbeziehung in das aktuelle Leben der Stadt beinhaltete. „Mit Seehofers Worten würde es heute Masterplan heißen“, schlug Martin Herzog einen Bogen zur aktuellen Bundespolitik. Einen entscheidenden Unterschied stellte der ehemalige baden-württembergische Wirtschaftsminister allerdings fest: „Magdas Masterpläne gingen zumeist auf und wurden veritable Erfolgskapitel der Sozialpolitik in unserer Stadt.“

Aus diesem Engagement gingen neben dem Seniorinnenchor „Bodenseeschwalben“, Bastelnachmittagen im Karl-Olga-Haus und das beliebte Sommerfest im Karl-Olga-Park hervor. „Als der Keller des Karl-Olga-Hauses zu klein geworden war, ließ sich die Stadt nicht lumpen und brachte das Haus Sonnenuhr ein“, erinnerte Herzog. „Damit ging ein Herzenswunsch von Magda in Erfüllung.“ Er habe die Kroms Tätigkeit immer sehr geschätzt. „Du warst eine kritische, aber immer aufgeschlossene und kluge Begleitung der Stadtpolitik.“ Und eine Kämpfernatur. „Wenn du von einer Sache überzeugt bist, dann schiebst du sie an, wie ein Elefant in Namibia.“ Auch nach mehr als 30 Jahren „bin ich dir für deine tatkräftige Unterstützung bei den Geburtswehen des Graf-Zeppelin-Hauses dankbar“. Mit einem Augenzwinkern fügte Martin Herzog hinzu, dass sie damit wohl auch eigensüchtige Ziele im Auge gehabt hätte: „Du wolltest, weitsichtig wie du immer warst, vielleicht einen besonders noblen Rahmen für die Feier deines achtzigsten Geburtstags ergattern.“

Damit war der Reden genug und die Gäste gingen zum geselligen Teil über, den Rudi Öttl und Sepp Ammann musikalisch begleiteten.

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