Margitza glänzt als Solist und Bandleader

Lesedauer: 4 Min
 Rick Margitza und das New Jazz-Port Orchestra spielen im Kulturraum Casino.
Rick Margitza und das New Jazz-Port Orchestra spielen im Kulturraum Casino. (Foto: Olaf E. Jahnke)
Olaf E. Jahnke

Zur Geburtstagsfeier hat die Vereinsvorstandschaft des Jazz-Port Friedrichshafen am Donnerstag rund 140 Gäste zur Feierveranstaltung im Kulturraum Casino begrüßen können. Vereinsvorsitzender Jürgen Deeg sagte bei der Begrüßung und beim Pressegespräch, man freue sich über gelungene 20 Jahre, das Wachstum von sieben auf 260 Mitglieder und eine erfolgreiche Veranstaltungsvielfalt von inzwischen über 50 Veranstaltungen im Jahr.

Und den Mann für den passenden Geburtstagssound: Rick Margitza. Bei der Bigband NJPO ist man große Namen fast schon gewöhnt, hat mit Benny Golson, Klaus Doldinger oder Peter Herbolzheimer und anderen prominenten Musikern gespielt. Und zum 20. Geburtstagsjahr ist nun wieder Mal ein Saxophonist der besonderen Art nach Friedrichshafen gekommen. Ein Multitalent mit Roma-Wurzeln, Studium in New Orleans, Leben in New York und Paris. Vor 30 Jahren hat der damals 29-jährige sein erstes Album „Color“ bei Blue Note Records veröffentlicht. Dabei war er schon früh mit Giganten des Jazz unterwegs, wie Miles Davis, Tony Williams, McCoy Tyner und Chick Corea.

Ein bisschen zieht sich diese Erfahrung auch klanglich durch den Abend. Es sind fast ausschließlich seine Kompositionen aus verschiedenen Phasen zu hören, nur zwei an Gershwin-Standards orientierte und arrangierte Stücke. Eine gelungene Mischung zwischen modern, cool und classic Bigband Jazz. Margitzas gefühlvolle, improvisierte, begeisternde, ausführliche aber nicht ausufernde Soli wurden zum Genuss für den Saal.

Und nach Solo und Zwischenstück in kleiner Besetzung manifestierte sich dafür umso beeindruckender, ob melodiös, verspielt, mächtig oder mit klassischem BigBand-Vielklang das NJPO. Das Orchester zeigte sich fast fehlerlos souverän, mit tollen Einsätzen, kurzen ansprechenden Soli und nahezu perfektem Sound – der auch bestens abgestimmt war. Passend zum Tag der Deutschen Einheit kam das Stück „Walls“. Saxophonist, Bandleader, Arrangeur und Komponist Margitza ging auf der Bühne und beim anschließenden kurzen Pressegespräch darauf ein. Er bemerkte: „Ich freue mich hier zu sein, an diesem besonderen Tag. Gerade in Zeiten, in denen andere Mauern bauen wollen, dürfte das vom Mauerfall vor 30 Jahren inspirierte Stück passen.“

Mit viel Applaus zeigte das Publikum, dass man den Geburtstagsvortrag überaus gelungen fand. Und wie Margitza versicherte, freue er sich schon auf das 26-Jährige, da wäre er gerne wieder da. Mancher wird sich das wohl früher wünschen – und nicht nur die Bigband-Musiker.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen