Margarita Kaufmann. (Foto: dpa)
Anton Fuchsloch
Redakteur

Margarita Kaufmann hat wieder einen Job im Rathaus. Am Donnerstag wurde die 58-jährige ehemalige Kultur- und Sozialbürgermeisterin von Friedrichshafen (1999-2007) zur Dezernentin für Bildung und Soziales, Sport und Umwelt von Hagen/Nordrhein-Westfalen gewählt.

Im Mai 2014 wird sie ihren Dienst in der mehr als 186 000 Einwohner zählenden Stadt am Rand des Ruhrgebietes antreten. Im Bewerbungsverfahren mit 45 Interessenten setzte sich Kaufmann am Ende gegen einen ursprünglich von den stärksten Fraktionen SPD und CDU favorisierten Mitbewerber durch. „Es war ein langer Weg bis hierher, von dem ich zwischendurch oft glaubte, er sei ohne Ende,“ schreibt Kaufmann. Bis zur Wahl im Rat der Stadt Hagen war dieser Weg mit vielen Hürden und Stolpersteinen versehen.

In Friedrichshafen wurde Kaufmann mehr oder weniger hinauskomplimentiert, indem man ihre Stelle abschaffte. So musste sie sich nach Ablauf ihrer ersten Amtszeit neu orientieren. Ihre unmittelbar darauffolgende Karriere als Leiterin der Odenwaldschule endete 2011 nicht weniger tragisch. Kaufmann widmete sich daraufhin stärker sich und ihrer Familie und war zeitweise als Projektmanagerin bei der Akademie der Deutschen Welle tätig. Im März 2013 nahm sie einen neuen Anlauf Richtung Bodensee, wo sie seit Kindesbeinen an heimisch war. Sie bewarb sich auf die Stelle der Ersten Beigeordneten in Konstanz, scheiterte aber in der Endrunde. Nerven kostete sie offenbar auch die Wahl in Hagen. Das NRW-Innenministerium hielt Kaufmann für den Posten zu alt und begründete dies mit dem Landesbeamtengesetz, wonach Wahlbeamte zum Zeitpunkt ihrer Wahl nicht älter als 56 Jahre sein dürfen. Das heißt, ihre Tätigkeit als Dezernentin in Friedrichshafen wurde nicht anerkannt. Grüne, Linke, Liberale und die freie Wählergemeinschaft Hagen aktiv gingen daraufhin auf die Barrikaden, was laut örtlicher Presse (WAZ) zu einem Umdenken führte.

Bei der Wahl reichte es für Kaufmann dann locker. Mit 35 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen und zwei Nein-Stimmen, wurde sie auf acht Jahre gewählt.

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