Die Eröffnung der Ausstellung von Andy Möbius und Ralf Koch ist am Freitag, 14. September, um 19 Uhr in der Plattform 3/3 im Fallenbrunnen. Jürgen Lösselt gibt dazu eine Einführung. Die Ausstellung dauert von Samstag, 15. September, bis Freitag, 28. September. Geöffnet ist sie jeweils Freitag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Im Rahmen des zweiten FAB-Festivals werden die Filme von Rüdiger Post am Samstag, 22. September, ab 19 Uhr im Innenhof des Kulturhauses Caserne auf eine Wand projiziert.

Egal wie sehr man ein Gemälde mag – es kann der Punkt kommen, an dem man sich daran sattgesehen hat. Wer sich für Bilder von Ralf Koch und Andy Möbius entschieden hat, kann das nicht passieren. Man kann sie nämlich immer wieder neu kombinieren. Die beiden Maler verkaufen ihre Arbeiten nämlich paarweise. Und der Käufer kann sie dann aneinanderlegen, wie es ihm gefällt. „Es gibt 32 Kombinationsmöglichkeiten“, rechnet Koch hoch. Es könnten aber auch mehr sein. Mathematik sei nicht seine stärkste Seite, gibt der gebürtige Emdener zu.

„Wir haben in schönster Eintracht jedes Bild gemeinsam gemalt, vom ersten bis zum letzten Pinselstrich“, sagt Möbius, der in Friedrichshafen aufwuchs und auf der Interboot über 30 Jahre lang seine Buddelschiffe präsentierte. Ein ganz einfacher Prozess kann das nicht sein. Denn wenn sich jede Seite der einen Bildhälfte mit jeder Seite der anderen kombinieren lässt, müssen auch auf allen Rändern der Bilder Anknüpfungspunkte vorhanden sein. Um sie zu schaffen, entstehen die Bilder deshalb von den Rändern her. Sie wachsen von außen nach innen. Aneinandergelegt, bricht etwa eine amorphe rote Fläche am Bildrand ab und wächst am Rand der anderen Leinwand nahtlos weiter; so ist es auch mit schwarzen Linien, die sich quer über die Flächen ziehen.

Von fern erinnert manche Form an Miró, manches figürliche Einsprengsel wiederum an den frühen Kandinsky, von dem es heißt, er habe die abstrakte Malerei erfunden – auf kleine erzählerische Bildszenene verzichtete er aber trotzdem nicht. In der Regel stammen die figürlichen Bildanteile von Ralf Koch. Allerdings sind sie rar gesät. Man muss sie aufspüren in dieser oft überbordenden Malerei. Bisweilen ist man sich nicht sicher, ob hier wirklich ein Kopf oder eine Menschengruppe eingefügt ist, oder ob nur die eigene Phantasie das Farb- und Formengewimmel zu Figuren ergänzt. Wenn nicht schon Ali Mitgutsch den Begriff für seine ganz anders gearteten Illustrationen gepachtet hätte, könnte man diese Malerei als „Wimmelbilder“ bezeichnen. Und es ist ein bemerkenswerter Gegensatz, dass in ihre Herstellung so viel planende Überlegung eingegangen ist und sie doch einen so spontanen und – im positiven Sinne – ungeordneten Eindruck machen.

Die Spontaneität kommt denn auch nicht zu kurz. „Improvisierte Malerei“ nennen die beiden ihr Genre. „Die Bilder entstehen so, wie bei einer Jamsession auch Musikstücke entstehen“, sagt Ralf Koch. Oder so, wie Jazzmusiker miteinander improvisieren. Gerade der Jazz spielt für die beiden Künster eine wichtige Rolle, insbesondere das Festival in Moers. „Wir lassen uns noch mal die Ohren vollblasen und gehen dann zum Malen ins Atelier“, sagt Möbius, der schon seit Jahrzehnten in Ostfriesland lebt. In den freiesten Momenten erinnern die dabei entstehenden Bilder an die Malerei des Informel, an Bilder von K.R.H. Sonderborg. Mit jedem Umstellen der beiden Leinwände erschaffen sich die Bilder neu. Permanent verschiebt sich dabei der grafische Schwerpunkt, und jedem davon ist die Vorläufigkeit eingeschrieben.

Diese Arbeiten sind zu Ende gemalt, und trotzdem bleiben sie vorläufige Bilder, weil ihre veränderbare Präsentationsweise keinen Endzustand kennt. Damit besitzen sie zugleich im Grunde kein Zentrum. Durch ihre Anschlussfähigkeit nach allen Richtungen sind die Bilder im wesentlichen Passagen. Da jeder Rand kein Abschluss, sondern eine potenzielle Fortsetzung darstellt, sind diese Malereien theoretisch unendlich erweiterbar. Andy Möbius demonstriert das: Er legt mehrere Reproduktionen eines zweiteiligen Bildes aneinander und sagt: „Jetzt sieht es aus wie beim Blick durch ein Kaleidoskop“.

Die meisten Bilder sind in der Austtelung fest installiert, aber es gibt auch solche, an denen die Besucher die Kombinationsmöglichkeiten der beiden Bildtafeln erproben können. Außerdem werden in der Ausstellung sieben kurze Filme gezeigt. Der Berliner Filmemacher Rüdiger Post führt darin die Kombinationen der Leinwände vor.

Die Eröffnung der Ausstellung von Andy Möbius und Ralf Koch ist am Freitag, 14. September, um 19 Uhr in der Plattform 3/3 im Fallenbrunnen. Jürgen Lösselt gibt dazu eine Einführung. Die Ausstellung dauert von Samstag, 15. September, bis Freitag, 28. September. Geöffnet ist sie jeweils Freitag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Im Rahmen des zweiten FAB-Festivals werden die Filme von Rüdiger Post am Samstag, 22. September, ab 19 Uhr im Innenhof des Kulturhauses Caserne auf eine Wand projiziert.

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