Mahmuti schrammt am Turniersieg vorbei

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 Nicht zufrieden mit der Wertung in Chemnitz: Kushtrim Mahmuti (links).
Nicht zufrieden mit der Wertung in Chemnitz: Kushtrim Mahmuti (links). (Foto: ded)
Jochen Dedeleit

In Chemnitz ist am Wochenende eines der renommiertesten und bekanntesten Box-Turniere ausgetragen worden. Kushtrim Mahmuti, Weltergewichtler des Boxteams Langenargen, stand auch diesmal im Finale seiner Gewichtsklasse. Am Ende hatte er jedoch das Nachsehen und wunderte sich sehr über die Entscheidung der Ringrichter.

Beim 26. Internationalen Box-Turnier von Chemnitz gewann der Langenargener im Vorjahr und wurde von der dortigen Jury zum besten Kämpfer des Turniers gewählt. Ein Jahr später stand Mahmuti in der Schlossteichhalle, der Heimstätte des Bundesligisten Chemnitzer Wölfe *für die auch der fünfmalige Landesmeister schon die Fäuste geschwungen hat), erneut im Finale. Diesmal musste er sich geschlagen geben. Was allerdings keine Schande ist: Gegner Mahmutis war Zdenek Chladek, Olympiateilnehmer 2012, mehrfacher tschechischer Meister sowie WM- und EM-Teilnehmer.

„Der Kampf fing gut an für mich und endete schon nach einer Runde, da der Tscheche durch ein Aufeinanderstoßen unserer Köpfe einen Cut davontrug. Seltsamerweise wurde diese eine Runde ausgepunktet, was ich so noch nicht erlebt habe“, so der Langenargener, der ob dieser Vorgehensweise ziemlich angefressen war. „Jedenfalls ging die Runde an ihn – und somit auch der Sieg. Es hat dennoch Spaß gemacht und ich habe wieder wertvolle Erfahrungen sammeln können.“

Nachgefragt, ob er dies nachvollziehen könne, musste Mahmuti wieder einmal den Nachteil der Sportarten nennen, bei denen es auf Urteile von Menschen ankommt: „Zdenek war namentlich bekannter als ich. Und ich denke, dass es, wie so oft in diesem Sport, darauf ankommt, wer wie heißt.“

Klarer Sieg zum Turnierstart

Ins Turnier war der ehemalige U21-DM-Dritte mit einem klaren Sieg gestartet, allerdings keinem sehr ansehnlichen. „Der erste Kampf war kein schöner, mein Gegenüber aus den Niederlanden boxte unsauber. Bei fast jedem Angriff umklammerte er mich und legte sich über mich. Es war kein Kampf, den man zweimal anschauen will, den ich letztendlich aber in der dritten Runde durch einen technischen K.o. für mich entscheiden konnte.“

Wie schon im vergangenen Jahr verletzte sich der mittlerweile 25-Jährige jedoch auch diesmal in Chemnitz. „Leider trug ich in diesem Kampf durch einen Kopfstoß einen Cut unter dem rechten Auge davon und muss diesen erst einmal verheilen lassen.“

Was für Mahmuti von Vorteil war: Der zweite Kampf am nächsten Wettkampftag fiel wegen einer Verletzung seines Gegners aus, womit der Schützling von Trainer Thomas Schuler schon im Finale stand. Wie auch Fidaim Brahmi vom Boxverband Baden-Württemberg im Halbweltergewicht. Und auch dieser musste den Kürzeren ziehen, gegen Jan Ualikhanov von der Landesauswahl Sachsen. Am Ende konnte das Sachsenteam nicht nur deshalb jubeln, da es bereits wie im Vorjahr den Pokal der Stadt Chemnitz für den Mannschaftssieg gewinnen konnte. Zum Mannschaftsieg trugen die Erfolge von Martin Grohmut, Elham Jusofie, Artur Orlov, Ali Dohier und eben Ualikhanov bei.

Als bester Boxer des Turniers wurde der Apeldoorner Halbschwergewichtler Artjom Kasparian ausgezeichnet, mit dem Pokal für den besten Kämpfer wurde Jan Ualikhanov. Und die Ehrung für den besten Techniker erhielt der Düsseldorfer Junior Gabriel Miric.

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