Der neu gewählte Vorstand (von links): Raimund Moser, Brigitte Lorenz-Meyer, Ingrid Zabel, Detlef Luf, Kirstin Bauermeister, G
Der neu gewählte Vorstand (von links): Raimund Moser, Brigitte Lorenz-Meyer, Ingrid Zabel, Detlef Luf, Kirstin Bauermeister, Gisela Jäger-Leins, Gisela Merath-Pfister, Sonja Hinderhofer. (Foto: Renate Habermaas)
Renate Habermaas

Nach einem langen Wahlabend hat der Ortsverein des Kinderschutzbundes am Mittwoch seinen neuen Vorstand gewählt. Neben der Wiederwahl von Gisela Jäger-Leins wurde auch die ehemalige Kinderärztin Brigitte Lorenz-Meyer gewählt, die schon viele Jahre Mitglied im Ortsverein ist. Mit Detlef Luf, dem jetzigen Leiter der Bahnhofsmission, kam ein neues Gesicht in den Vorsitz. Zusätzlich wurden die Posten der Beisitzer besetzt, die aus verschiedenen Abteilungen stammten.

Ein Rückblick auf das bereits Erreichte im Jahr 2017 zeigte zum einen, wie abwechslungsreich die Arbeit mit den Kindern ist und machte deutlich, dass hier ein wichtiger Beitrag in der Gesellschaft geleistet wird. Mit 167 Mitgliedern steht der Verein nicht nur zahlenmäßig, sondern auch finanziell gut da. Im Bereich „Kindernest“ seien die sechs Erzieherinnen und sieben Zweitkräfte jedoch am unteren Limit der Bezahlung. „Wir werden gut besucht und die Herausforderung ist vor allem in den Ferien groß, wenn mehr Kinder kommen“, sagte Centa Waggershauser in ihrem Bericht.

Umfassendes Angebot wird gut genutzt

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 4000 Kinder im Kindernest betreut. Hier koste eine Stunde Betreuung drei Euro. Es kämen auch Kinder, deren Eltern Sprachkurse belegen, sagte Waggershauser und fügte hinzu: „Wir wollen auch Plätze freihalten für Mütter, die einkaufen gehen wollen, oder mal aufs Rathaus müssen.“ Aus dem Bereich „Kinder-und Jugendtelefon“ berichtete Kirsten Bauermeister über rund 6000 Gespräche, die die Mitarbeiter mit Kindern und Jugendlichen geführt hätten. „Bei den Gesprächen geht es um Liebeskummer, Stress mit den Eltern, Gewalt und Drogen“, sagte Bauermeister. Früher seien es mehr Mädchen gewesen, die angerufen hätten, jetzt aber sei die Zahl der Jungen gestiegen.

Neben der Telefonberatung stellte auch die Online-Beratung ihre Arbeit des letzten Jahres vor. „Die Kinder und Jugendlichen machen sich viele Gedanken und schreiben lange E-Mails“, erzählte Ingrid Pfannkuchen. Die Beratung sei deshalb sehr zeitintensiv, fügte sie hinzu.

Zu der Familienarbeit sagte Seyda Sheikhi: „Es kommen vermehrt Familien zu uns, deren Mütter psychisch krank sind und ihre Kinder sehen wollen.“ Außer der allgemeinen Familienberatung sei auch die Betreuung der Pflegefamilien ein großes Arbeitsgebiet, so Sheikhi. Die 480 Besuche, bei den Familien mit einem Neugeborenen, bei dem es neben einem Einkaufsgutschein einen Waschlappen mit Seehasenemblem gab, seien gut angekommen, berichtete Gisela Merath-Pfister.

Trotz mancher Spannungen innerhalb der Vorstandschaft im vergangenen Jahr, wolle der Ortsverband mit dem neuen Vorstand jetzt nach vorne schauen und die Arbeit fortsetzen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen