Die Teilnehmer des Kreisentscheids im Vorlesewettbewerb mit Bürgermeister Andreas Köster und Sabine Fischer (Leiterin der Kinder
Die Teilnehmer des Kreisentscheids im Vorlesewettbewerb mit Bürgermeister Andreas Köster und Sabine Fischer (Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung im Medienhaus am See, rechts) nach der Entscheidung. Gewonnen hat Lia Lorenz (Mitte, sitzend). Sie nimmt jetzt am folgenden Bezirksentscheid teil. (Foto: Flavia Klingenhäger)
Flavia Klingenhäger

Zehn lesebegeisterte Schüler haben am Dienstagnachmittag in Friedrichshafen im Kiesel um die Wette gelesen. Der Sieg des Kreisentscheids des bundesweiten Vorlesewettbewerbs stand auf dem Spiel. Lia Lorenz hat den Kreisentscheid gewonnen.

Klares Vorlesen, lebendiges Darstellen der Charaktere und vor allem Begeisterung für den eigenen Text sind gefragt, um beim Vorlesewettbewerb zu bestehen. Dieser Aufgabe haben sich die Sechstklässler mutig und erfolgreich gestellt. Obwohl nur einer von ihnen diese Runde gewinnen konnte, waren sie trotzdem bereits alle Gewinner. Jeder von ihnen hatten beim Vorentscheid an seiner Schule gesiegt. Lia Lorenz aus Meersburg hat am Ende gewonnen.

„Ich habe zwar gehofft, dass ich gewinne, bin aber trotzdem sehr überrascht“, sagte sie freudestrahlend nach der Entscheidung.

Lesefreude bei Kindern

Der Vorlesewettbewerb wird jährlich vom Deutschen Buchhandel veranstaltet und findet auf Bundesebene statt – dieses Jahr schon zum 60. Mal. Insgesamt nehmen jedes Jahr rund 60 000 Leseratten teil. Der Kreisentscheid findet seit 2004 in Friedrichshafen statt. Wer aus diesem siegreich hervorgeht, nimmt zuerst an Bezirks- und Länderwettkämpfen teil. Werden diese ebenfalls gewonnen, geht es im Juni zum Finale in Berlin. Ziel der ganzen Aktion ist, Lesefreude bei Kindern zu fördern und sie für Literatur zu begeistern.

Stolze Eltern, gespannte Klassenkameraden und andere Bücherbegeisterte – auch in diesem Jahr war das Publikum bunt gemischt. Sie alle fieberten mit den Kandidaten und unterstützten sie mit kräftigem Applaus. Die Jury bestand neben der Vorjahressiegerin Linn Baer aus Lehrern verschiedener Schulen sowie Andrea Bodendorf. Sie ist die Leiterin des Medienhauses am See und wirkt seit über einem Jahrzehnt bei der Entscheidung mit.

In der ersten Runde mussten alle aus einem Buch ihrer Wahl vorlesen. Monster, Katzen und Zauberer: so vielfältig wie die gewählten Geschichten waren auch die Interpretationen der Kinder. Alle konnten mit engagiertem Vorlesen und kreativer stimmlicher Imitation überzeugen. Die Erwartungen des Publikums und der Jury wurden alles andere als enttäuscht.

Zuhörer in den Bann ziehen

Die Teilnehmer bewiesen, dass Vorlesen mehr als nur lautes Lesen bedeutet. Es kommt bei den Vorträgen darauf an, ein geeignetes Lesetempo zu wählen, Übertreibungen zu vermeiden und die Zuhörer in den Bann ziehen zu können.

Es war eine bunte Auswahl von altbekannten und neuen Jugendbüchern vertreten. Leo Auer aus Überlingen entschied sich für „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“. Siegerin Lia laß aus dem Roman „Die Flaschenpost“ von Klaus Kordon vor, der sich mit einer Brieffreundschaft zwischen zwei Jugendlichen in der DDR und der Bundesrepublik beschäftigt. Die Wahl eines Buches mit einer solch komplexen Thematik kann durchaus als ambitioniert beschrieben werden.

In der zweiten Runde mussten die Schüler unter Beweis stellen, dass es für sie kein Hindernis bedeutet, einen unbekannten Text ohne Vorbereitung vorzulesen.

Während alle gespannt auf die Entscheidung der Jury warteten, unterhielt sich Bürgermeister Andreas Köster mit den Schülern. Es wurde über Berufswünsche und Hobbies der Kinder gesprochen. „Ich kann allen Kindern empfehlen in die Bücherei zu gehen“, sagte Lia am Ende, „Lesen macht einfach riesigen Spaß.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen