Lange Nacht der Musik bewährt sich als Tradition

Lesedauer: 5 Min
Auch schon Teil der Tradition: Die „Funky Engineers“ der benachbarten DHBW gehören fest zum Programm.
Auch schon Teil der Tradition: Die „Funky Engineers“ der benachbarten DHBW gehören fest zum Programm. (Foto: Lena Reiner)
Lena Reiner

Vor drei Jahren wurde sie von Oberbürgermeister Andreas Brand zur Tradition erklärt, dieses Jahr fand sie zum achten Mal statt: Die Lange Nacht der Musik veranstaltet von Studierenden der Zeppelin Universität Friedrichshafen auf dem Gelände des Kulturvereins Caserne.

Alles beim Alten und doch alles anders. Gleich bleibt das Konzept: Auf mehreren Bühnen spielen in kurzen Abständen immer andere Bands vom frühen Abend des 30. Aprils bis in die frühen Morgenstunden des 1. Mais hinein. Neu ist die Platzierung der Bühnen: Im Innenhof steht das klimpernde Glashaus der Blauen Blume als Freiluftbühne, das Atrium ist wegen Umbauarbeiten geschlossen und auch das Studio17 ist dieses Mal nicht Teil der Route. Stattdessen beschränkt sich das Terrain der Veranstaltung auf den Produktionsraum, das Casino, den Innenhof und das Amicus (besser bekannt als Refugium). Ungewohnt früh beginnt das Programm: Bereits kurz nach 16 Uhr erklingt Musik, während die Besucher sich inzwischen an 17 Uhr als Startzeit gewöhnt haben. Dennoch – auch Dank des sonnigen Wetters – ist die Stimmung gut und das Gelände füllt sich rasch. Und auch sonst verläuft der Abend, wie es sich für die Lange Nacht der Musik gehört: Im flotten Wechsel kann man sich durch sämtliche musikalischen Genres hören.

Universitätspräsidentin Insja Sjurts ist begeistert von dem, was die Studenten hier auf die Beine gestellt haben, denn: „Die Zeppelin-Universität, das ist nicht nur Forschung und Lehre, das sind eben auch diese Projekte.“ Und Kulturbürgermeister Andreas Köster nimmt in seinem Grußwort gar die kürzlich geäußerte Kritik zurück, dass die Studierenden sich nichts aus Kultur machten.

„Richtig toll.“ Claus-Michael Haydt, Mitgründer der Kulturhaus Caserne, ist ebenfalls begeistert vom Verlauf des Abends und gratuliert dem Organisationsteam persönlich. „Eigentlich sollte man so etwas einmal im Monat machen und das ganze Gelände bunt bespielen“, ergänzt er.

„Einfach Oskar“ besingt dabei im Innenhof scheiternde Liebe und erklärt, dass er bei einer Reise durch Südamerika beschlossen habe, Lieder zu schreiben, die auch andere hören dürfen. Doch ein Coversong darf auch nicht fehlen, denn: „Das Lied spiele ich, seit ich sechs Jahre alt bin.“ Sagt's und stimmt „Zu spät“ von den Ärzten in einer eigenen feinen Akustikversion an.

Ruhige Töne im Casino

Im Casino geht es ruhiger zu. Hier beweist der Verein Terpsichore, wie Modern Dance zu Klavierbegleitung passen kann und lotet die Grenzen zwischen Klassik und Moderne aus. Besonders ruhig geht es auch im Produktionsraum zu. Andrey Sulimov und Philipp Hertkorn – beide Preisträger bei „Jugend musiziert“ - laden mit ihrem Klarinettenspiel zum genauen Hinhören ein. Das Amicus hat sich passend zu den dort stattfindenden Jazzdonnerstagen ganz dem Thema Jazz und Blues verschrieben und füllt sich den Abend über mit so vielen begeisterten Zuhörern, dass beim Auftritt der Luftschiffkapelle manche Zuhörer gar nicht mehr in den Innenraum gelangen.

Auch im Casino ist die Stimmung aufgeheizt. Es wird längst nicht mehr nur mit den Füßen gewippt, es wird mitgetanzt und das vom Abend bis in die frühen Morgenstunden. Frecklesnake, Indie Boy, Jamhead, Roger Reckless und nicht zuletzt ein buntes Lineup aus Djs sorgen hier für beste Stimmung und tanzbare Klänge.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen