Lösung in Sicht? – Holzbackofen stinkt nicht mehr

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Hannes Weber hat die Befeuerung seines Holzbackofens umgestellt. Jetzt ist kaum noch störender Geruch wahrzunehmen.
Hannes Weber hat die Befeuerung seines Holzbackofens umgestellt. Jetzt ist kaum noch störender Geruch wahrzunehmen. (Foto: Ralf Schäfer)

Zwei Nachrichten haben die scheinbar endlose Geschichte des Gestanks in der Kitzenwiese und Umgebung am Donnerstag um ein Stück weiter gebracht. Zum einen schließen ZF Friedrichshafen AG un das Regierungspräsidium Tübingen die ZF-Härterei als Gestankquelle aus, zum anderen stellen die Menschen in der Kitzenwiese seit zwei Nächten keine Belästigungen mehr fest.

Die Meldung an das Umweltschutzamt von Seiten der Bürger beginnt mit den Worten: „Nichts zu meckern! Alle, auch die kommenden Rückkehrer aus dem Urlaub, freuen sich auf hoffentlich viele weitere ungestörte Nächte. Es scheint sich was geändert zu haben.“ Die Verfasser hoffen nicht nur auf Änderung der Großwetterlage, sondern auf dauerhafte gestankfreie Nächte.

Neue Art der Verbrennung

Und geändert wurde in der Tat die Verbrennung in dem Holzbackofen von Hannes Webers Backstube. Wie die Schwäbische Zeitung berichtete, hat der Bäckermeister das Holz gewechselt. Er nutzt jetzt statt des Weichholzes eine Hartholz-Sorte, die in kleineren Abschnitten gesägt ist und somit schneller und mit weit weniger Rauchentwicklung abbrennt.

Den Vorwürfen auf Facebook, die Verursacher seien bei der ZF-Härterei zu suchen, dort würden Gelenkwellen mitsamt der Plastikverpackung in die Öfen gelegt, ist die Schwäbische Zeitung ebenfalls nachgegangen. Hierzu sagen sowohl der Landkreis wie auch ein Sprecher der ZF Friedrichshafen AG, dass diese Quelle bereits im vergangenen Jahr ausgeschlossen worden ist.

Die ZF Friedrichshafen AG schreibt dazu: „ZF-Produktionsanlagen wie die Härterei sind nicht die Ursache der Geruchsbelästigung. In der Härterei wird nichts verbrannt.“ Hier würden Stahlteile, die unverpackt angeliefert und in die Härteöfen gelegt werden, erhitzt und dadurch gehärtet.

Das Regierungspräsidium Tübingen ist den Geruchsbeschwerden vor einem Jahr, im August 2017, nachgegangen und „hat dabei auch eine Vor-Ort-Begehung bei ZF gemacht. In einem Aktenvermerk des Regierungspräsidiums heißt es dazu: „Die Betriebsweise der Anlagen lässt starke Geruchsemissionen, vor allem im immer gleichen Nachtzeitraum, nicht zu.“ Seither hat ZF nichts am Prozess geändert und keine anderen Produkte in der Härterei wärme-behandelt“, heißt es weiter.

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