Kurzurlaub vom Alltag mit dem „Seniorenbusle“

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 Die Teilnehmer am Haldenhof bei Überlingen, zusammen mit dem Fahrer Elmar Veser, freuen sich über den Ausflug.
Die Teilnehmer am Haldenhof bei Überlingen, zusammen mit dem Fahrer Elmar Veser, freuen sich über den Ausflug. (Foto: DRK-Kreisverband)
Schwäbische Zeitung

Zwei Nachmittage pro Woche können Senioren, die in Wohnanlagen und Heimen des Gustav-Werner-Stifts der Bruderhaus-Diakonie in Friedrichshafen leben, Urlaub vom Alltag machen: Da fährt das „Seniorenbusle“ des DRK-Kreisverbands Bodenseekreis vor, um mit einer Runde fröhlicher Fahrgäste zu einem Ausflug in die Umgebung zu starten.

Nach einer zweijährigen Pause hat der DRK-Kreisverband das Angebot im Frühjahr wieder aufgenommen, denn das Angebot war sehr vermisst worden: Andrea Drießen vom Sozialdienst des Gustav-Werner-Stifts, einige Fahrer und ehemalige Fahrgäste hatten die Einstellung des Angebots sehr bedauert und immer wieder nach einem Neustart gefragt, heißt es in einem Schreiben des Kreisverbands.

Die Touren führen ins Grüne, an die reizvollsten Orte in der Region Bodensee, Oberschwaben und Allgäu. Mit den Ausflugsfahrten ist meist ein kleiner Spaziergang verbunden, die Einkehr in ein gemütliches Café oder zum Vesper. Karl-Heinz Jaekel, Leiter des Bereichs Sozialarbeit beim DRK-Kreisverband Bodenseekreis, sagt: „Für die Senioren sind die Fahrten eine willkommene Möglichkeit, aus den eigenen vier Wänden rauszukommen und liebgewonnene Orte, die sie früher besucht haben, wieder einmal zu erleben.“ Die Teilnahme ist für die Fahrgäste kostenlos, sie füttern am Ende der Fahrt aber gern das aufgestellte Spendenkässle mit einem kleinen Betrag, heißt es.

Das „Busle“ ist ein Mercedes Sprinter, in dem acht Fahrgäste Platz finden. Die Anschaffung dieses 60 000 Euro teuren Fahrzeugs wurde dem DRK-Kreisverband durch großzügige Spenden möglich. Gesteuert wird der Bus von ehrenamtlichen Fahrern wie Elmar Veser. Er ist im Vorruhestand und schenkt einen Teil seiner Freizeit älteren Menschen: Er lenkt nicht nur den Seniorenbus, sondern wirkt auch in den ambulanten Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz mit, die der DRK-Kreisverband Bodenseekreis anbietet.

Irmgard Zafar fährt gern im Seniorenbus mit. „Für mich ist es sehr schön, in die Natur rauszukommen“, sagt die 88-Jährige. Sie nutzte das Angebot bereits viele Jahre, bevor das „Busle“ seine Pause einlegen musste. Besonders gefällt es ihr, wenn die Fahrt ins Allgäu nach Sulzberg oder nach Bodman führt.

Vera Polte bestätigt, dass die Fahrten mit dem DRK-Bus oft Gesprächsthema im Wohnheim seien. „Ich freue mich immer darauf“, sagt die 92-Jährige. „Ich würde mir sogar einen größeren Bus wünschen, damit mehr Menschen mitfahren können.“ Denn es kommt auch mal vor, dass jemand nicht mitfahren kann, weil der Bus voll ist.

Auf der Fahrt plaudern die Senioren gern miteinander, die schöne Umgebung bietet immer neue Gesprächsthemen, berichtet das DRK. Derzeit ist es der beginnende Herbst, der mit seinen Farben Lust auf einen kleinen Spaziergang macht. Noch bis Ende November wird das „Busle“ zweimal wöchentlich an den Heimen einen Stopp einlegen, um die Fahrgäste abzuholen. Dann beginnt die Winterpause, bis die Fahrgäste im Frühjahr wieder mit dem Seniorenbus zu ihren kleinen Ausflügen starten können – wenn die Natur wieder Farbe bekommt und die Temperaturen zum Spaziergang einladen.

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