Ein Prosit mit dem Lebenselixier auf das Publikum: Das Schauspielduo Martin Schäfer (links) mit Partner Olaf Mill. (Foto: mt)
Schwäbische Zeitung
Michael Tschek

Ein humorvoller Krimi garniert mit kulinarischen Genüssen ist am Freitag 120 Gästen im Restaurant DO-X im Dornier-Museum aufgetischt worden. Das Duo Martin Schäfer und Olaf Mill von der „Improgarage“ aus Dreieich unterhielt sein Publikum mit dem Stück „Testament à la Carte“. Die Hauptrolle darin spielt der berühmte Wissenschaftler William Chattney, dem nach seinem frühzeitigen Ableben ein recht kurioser Lebensweg vorausging.

Liebevoll eingedeckte Tische erwarteten die Gäste im Restaurant DO-X. Aus den Menükarten war zu erfahren, dass das Küchenteam eine Speisefolge mit „Gefundenen Tatortpilzen“, Schweinefilet im „Bacon-Kettenhemd“ und „Zentrierte Äpfel im Leichenhemd mit blutigem Spiegel und gefrorenen Fingern“ zu einem Kriminal-Comedy-Dinner zusammengestellt und die Speisen damit perfekt angepasst hatte.

Noch bevor die Gäste Platz nehmen durften, bekamen sie am Eingang von Schauspieler Martin Schäfer einen Redetext und einen zweite Identität verliehen, waren also als Teil in der kommenden Geschichte aktiv involviert, ohne zu wissen wie. Spannung pur gleich zu Beginn der Geschichte, bei der es um das Testament des verstorbenen berühmten Wissenschaftler Professor William Chattney geht. Bevor jedoch Notar Mister Green (Martin Schäfer) und sein Assistent Manfred (Olaf Mill) den letzten Willen des Verblichenen eröffneten, musste das Leben des Professors mit Hilfe ausgewählter Gäste rekonstruiert werden.

Und die bewiesen unglaubliches Improvisationstalent dabei, die auf ihren Zetteln beschriebenen Vorgaben weiter zu spinnen. Irgendwie wurden sie wohl von den beiden Schauspielern inspiriert, denn die lebten diese Spontanität vor. In sieben von zwölf Rollen spielten Martin Schäfer und Olaf Mill den Wahrsager Herbert Wandschneider, der Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart lesen kann oder Dr. Gene-Gelle, der kosmische Energie herbeischwörte und sich beim Öffnen des Tores zum Universum die Hilfe von Gast Jürgen Spiessmacher alias John Mc. Lane holte.

Bewundernswert auch die Fähigkeit der Beiden, ausgedachte Sprüche der Zuschauer zufällig auszuwählen, um sie dann willkürlich in das Geschehen mit einzubinden.

Krimi-Diner mit Anschluss

Am Ende wurde dann erneut das Publikum beansprucht, indem „Extrem-Norbert“ die Wende einleitete und den Zugang zu der geheimnisvollen Kiste verschaffte. Das Stück begeisterte und wurde mit dem fantastischen Menü des DO-X-Küchenteam gleichzeitig auch zur Gaumenfreude. „Das Publikum kennt sich untereinander zu Beginn des Krimi-Diners nicht. Aber durch die Rollenspiele bekommt man gleich Kontakt“, lautete das Fazit Jürgen Spiessmachers aus Friedrichshafen, der seiner Partnerin Simone Laudon, alias Monika Belucci, die Veranstaltung zu Weihnachten geschenkt hatte.

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