Peter Orloffs (rechts) Schwarzmeer-Kosaken sorgen im Graf-Zeppelin-Haus für ein unvergessliches Konzerterlebnis. Ilya Kurtev beg
Peter Orloffs (rechts) Schwarzmeer-Kosaken sorgen im Graf-Zeppelin-Haus für ein unvergessliches Konzerterlebnis. Ilya Kurtev begleitet den Gesang auf dem Akkordeon. (Foto: Ruth Maria Schwamborn)
Ruth Maria Schwamborn

Ein wunderbares und unvergessliches Konzerterlebnis versprach Peter Orloff den Besuchern welche sich am Freitagabend im Ludwig- Dürr- Saal des Graf- Zeppelin-Hauses eingefunden hatten, um den berühmten Schwarzmeer Kosaken-Chor zu hören. Der musikalische Gesamtleiter Orloff setzte damit die Messlatte ziemlich hoch an und die Erwartungen der Besucher gleichermaßen. Doch bereits nach den ersten beiden Stücken war dem Publikum bewusst, dass die sieben Sänger kein Zweifel daran ließen dieses Versprechen mühelos einzulösen zu können.

Dass die Sänger aus diesem Chor auch brillante Solisten sind, stellte gleich zu Beginn der Dirigent Nasko Kirtscheff mit seinem eindrucksvollen Bariton bei einem russischen Volkslied „Glorreicher Baikal“ unter Beweis. Nicht minder beeindruckend folgte ihm Stefan Arininsky („Auf der Straße nach Petersburg“). Nahezu eine Naturgewalt an Stimme und Erscheinung. Der Bassist füllte den Saal mit einer unglaublichen Stimmgewalt und purem Enthusiasmus. Dies verkörperten die Sänger allesamt: die sprühende Lebensfreude und dieses „Ruhen in sich selbst“.

Wärme und Herzlichkeit

So konnten sie auch das Publikum erreichen, denn obwohl die Klänge und die Sprache andersartig und fremd erscheinen, erzeugten sie beim Publikum eine gewisse Wärme und Herzlichkeit. Das Repertoire entführte die Zuhörer musikalisch auf eine geschichtliche und sakrale Zeitreise durch Russland und die Ukraine. Das Programm war eine gelungene Mischung aus langsamen Liedern („ Die Legende von den 12 Räubern“ Solist Peter Orloff) sowie typisch schnellen Titeln wie dem „Kosaken- Reitermarsch“ mit Oleg Kulyeshov als Solist.

Egal ob ruhig oder zackig, das Programm war sehr anspruchsvoll ausgewählt. Ein Raunen ging durch den Saal als das „Ave Maria“ von Franz Schubert (mit dem Tenorsolisten Alexander Steinbrecher) und das Motiv „Schwanensee“ aus dem gleichnamigen Ballett angekündigt wurde.

Ein weiterer Höhepunkt war die einzigartige Intonierung des Solisten Fjodor Kunitsky (Tenor), welcher bei dem Musikstück „Das einsame Glöckchen“ stimmlich eine Höhenlage erreichte, welche wohl nur ein männlicher Sopranist der Kiewer Oper erreichen kann. Dies wurde von den begeisterten Zuhörern auch mit frenetischem Applaus honoriert. Begleitet wurde der Schwarzmeer Kosaken-Chor von drei Musikern mit Landestypischen Instrumenten. Diese drei Instrumentalisten standen in ihrem Können den Sängern in absolut nichts nach. Besonders Ilya Kurtev mit seiner Virtuosität an seinem Bajan (osteuropäische Form des Knopfakkordeons), welche durchaus dem Vergleich mit dem Teufelsgeiger Paganini Stand halten würde. Was an so einem Abend natürlich nicht fehlen durfte, war der Klassiker „Kalinka“. Hierbei wurde das Publikum zum rhythmischen Mitklatschen eingeladen, jedoch war diese Aufforderung gar nicht von Nöten gewesen. Beim letzten Lied des Abends: „Gute Abend, gute Nacht“ lud der Dirigent die Besucher ein, in den Gesang miteinzustimmen, während die Sänger den Abgang durch den Saal wählten.

Dass Musik Menschen verbindet, sprachliche Barrieren überwindet und Brücken bauen kann, wurde an diesem Abend von dem Schwarzmeer Kosaken-Chor mehr denn je bestätigt.

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