Nach Eurobike-Ankündigung: Welche Zukunft hat der Messestandort Friedrichshafen noch?

Autor Jens Lindenmüller
Autor Jens Lindenmüller (Foto: OH)
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Mit der Eurobike verliert die Messe Friedrichshafen ihre größte eigene Veranstaltung. Die Messemacher vom Bodensee bleiben zwar auch am neuen Standort Frankfurt Veranstalter und erhalten über das Gemeinschaftsunternehmen einen Teil des Umsatzes.

Wenn die Eurobike in Frankfurt stattfindet, wird aber kein Aussteller und kein Besucher in Friedrichshafen ein Hotelzimmer buchen

Von daher mag der Verlust nicht so schwer wiegen wie 2019 der Weggang der Messe Outdoor nach München.

Den Deal mit der Messe Frankfurt Stärkung zu verkaufen, ist dennoch gewagt. Denn nachdem die Messe innerhalb weniger Jahre zwei der drei größten Messen verloren hat, stellt sich die Frage nach der Zukunft des wichtigen baden-württembergischen Messestandorts.

Wenn es um ihre Bedeutung für die Region geht, hat die Messe in der Vergangenheit gerne auf die Umwegrentabilität verwiesen, also den indirekten Nutzen, der als Umsatz in der Region hängen bleibt.

Wenn die Eurobike in Frankfurt stattfindet, wird aber kein Aussteller und kein Besucher in Friedrichshafen ein Hotelzimmer buchen, Kässpätzle essen oder in ein Taxi steigen.

Vermutlich ist es auf lange Sicht der richtige Schritt.

Und wenn Medien weltweit über die neuesten Entwicklungen der Fahrradbranche berichten, wird Friedrichshafen dabei auch keine Rolle mehr spielen.

Nüchtern betrachtet, ist „Fairnamic“ der Versuch, mithilfe eines starken Partners den Totalverlust der Eurobike zu verhindern und das Überleben des Messestandorts Friedrichshafen zu sichern. Vermutlich ist es auf lange Sicht der richtige Schritt.

Schon vor Corona war das Messegeschäft härter geworden, weil digitale Formate neue Möglichkeiten bieten. Den Makel der dürftigen Verkehrsanbindung konnten die Messemacher aus Friedrichshafen über viele Jahre mit kreativen Ideen und intensiv gepflegter Kundennähe zumindest ein Stück weit kompensieren. Künftig wird das nicht mehr reichen.

Was speziell die Eurobike betrifft, so lässt sich nicht leugnen, dass sie sich in 30 Jahren vom Szenetreff der Mountainbiker zur Messe für urbane Mobilität gewandelt hat, die nun auch thematisch besser nach Frankfurt als nach Friedrichshafen zu passen scheint.

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