Klimawandel: Stadt fehlt es an großen Grünflächen

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 Die Experten sind der Meinung, dass es in Friedrichshafen zu wenige große Grünanalgen gibt. Im Bild der Uferpark.
Die Experten sind der Meinung, dass es in Friedrichshafen zu wenige große Grünanalgen gibt. Im Bild der Uferpark. (Foto: Alexander Mayer)

Der Klimawandel hinterlässt seine Spuren in Friedrichshafen: 2018 gab es acht heiße Tage. Das heißt acht Tage, an denen das Thermometer die 30 Grad Celsius Marke geknackt hat. Das geht aus einer Analyse der Arbeitsgemeinschaft iMA/Faktor Grün aus Freiburg hervor, die die Beteiligten den Mitgliedern im Bauausschuss am Dienstag präsentierten. Außerdem fehle es an großen Grünflächen.

Ein Punkt des ISEK ist die Klimastadt. Ziel der Stadt ist es, ein Konzept zur klimaangepassten Stadt zu schaffen. Die Gebiete in der Stadt, auf die sich der Klimawandel auswirkt, sollen darauf vorbereitet werden. In diesem Zuge hat die Stadt das Fachbüro iMA für Luftreinhaltung und Klima und die Landschaftsarchitekten von Faktor Grün mit einer Stadtklimaanalyse beauftragt. Die Ergebnisse stellten Rainer Röckle vom Fachbüro und Landschaftsarchitekt Tom Wallenborn vor.

Dabei präsentierten sie Karten, die zeigen, an welchen Stellen in der Stadt es besonders heiß ist und auch wie es um die Luft in Friedrichshafen steht. Eine erhöhte Belastung der Luft gibt es demnach in der Nähe von stark befahrenen Straßen. Besonders warm ist es auch noch nachts im Innenstadtbereich.

Die Experten sind der Meinung, dass es in Friedrichshafen zu wenige große Grünanalgen gibt. Hinzukomme, dass einige dieser Flächen nicht vollständig nutzbar sind. Ein Beispiel ist der Uferpark, wo im Sommer zahlreiche Veranstaltungen stattfinden. Die Experten bemängelten zudem, dass es durch die Bundesstraße, fehlende Querungen, aber auch durch die Stadtstruktur an sich viele Barrieren gebe. Die Stadt zeichnet sich dadurch aus, dass die Struktur durch Gewerbegebiete aufgebrochen wird.

Renaturierung ist ein Plus

Positiv erwähnten die Experten trotzdem die hohe Zahl an Grünflächen zur Naherholung, die Renaturierung zahlreicher Gewässer sowie Förderprogramme wie „Bürger-Bäume“. „Große Bäume sind sehr wichtig und haben eine unglaubliche Wirksamkeit auf das Klima“, sagte Wallborn.

Bisher ist die Analyse nur ein Zwischenfazit. Konkrete Lösungen liegen noch nicht vor. Dennoch seien die Ergebnisse schon jetzt wichtig. „Die Analyse ist für uns eine wichtige Grundlage, wenn es um die künftige Siedlungsplanung geht“, sagte Klaus Sauter, Leiter des Amts für Stadtplanung und Umwelt.

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