Svetlana Stärk (dritte v. links) strickt leidenschaftlich gerne und leitet die Strickgruppe
Svetlana Stärk (dritte v. links) strickt leidenschaftlich gerne und leitet die Strickgruppe
Schwäbische Zeitung
Renate Habermaas

In der Alten Feuerwache in Friedrichshafen trifft sich seit einem Jahr einmal pro Woche eine Gruppe Frauen, die gern stricken, häkeln und andere Handarbeiten herstellen. Initiiert wurde der Treff von Svetlana Stärk.

„Die Idee für eine Strickgruppe kam mir in einer Kur“, sagt Svetlana Stärk. Dort habe sie auch andere Frauen zum Stricken motiviert, denn so sei man auf die Maschen, auf das Muster konzentriert und man vergesse den Alltag, die Sorgen und den Stress. „Ich finde Stricken ist eine wunderbare kreative Meditation“, sagt Stärk. Sie hat in Friedrichshafen einige gleichgesinnte Frauen getroffen, die jeden Freitag zum Stricken oder Häkeln in die Strickgruppe kommen.

Sockenspenden für Jung und Alt

Viele Teilnehmerinnen haben das Stricken von ihren Müttern oder Großmüttern gelernt, so auch Evelyn, die von Anfang an dabei ist. „In erster Linie stricke ich Socken“, sagt sie und zeigt ein weiteres Produkt ihrer kreativen Arbeit: ein gehäkeltes Schäfchen aus Flauschwolle. Ingeborg ist eine fleißige Teilnehmerin, die kaum von ihrem Strickstück aufsieht, während sie erzählt.„Ich stricke ausschließlich Babysocken“, sagt sie. Diese Babysocken spendet sie dem Krankenhaus Tettnang und Mütter dürften sich für ihr Neugeborenes immer ein Pärchen Babysocken aussuchen. Sie stricke auch für ältere Menschen, erzählt Ingeborg, die hierfür Socken ohne Fersen anfertigt. „Diese Socken sind dann leichter zum Anziehen“, sagt sie.

Eva hingegen hat sich nicht nur auf das Stricken spezialisiert, sie näht auch und zwar nach dem Motto „Aus alt mach’ neu“, ein Trend, der sie Upcycling nennt. So nimmt sie alte Jeanshosen und näht attraktive Taschen daraus, die sie dann verkauft. Bei der Frage nach dem Preis winkt sie ab und sagt: „Die Arbeitszeit darf man nicht rechnen, egal ob man strickt oder näht“.

Und so sitzen die Frauen freitags in gemütlicher Runde im Nebenraum der Feuerwache und handarbeiten. Wer Hilfe oder Ideen benötigt, dem wird geholfen. So wächst das Team – trotz der individuellen Projekte – zusammen.

„Diese Strickgruppe ist die Erfüllung für mich“, sagt Helga, die schon lange etwas Vergleichbares gesucht hat. Sie arbeitet an einem gestrichten Bären. Es würden dann nur noch die Augen fehlen, die sie aus Filz macht, damit die Kinder, die diesen Bär kaufen, keine Knopf- oder Perlenaugen verschlucken. Sie könne aber auch Pullover, Schals und Socken stricken und Puppenmöbel sägen. „Vor mir ist kein Material sicher“, sagte sie.

Vielseitige Strickstücke haben die Frauen bereits angefertigt. Jedes Teil ist ein Unikat mit viel Liebe gestrickt, in denen viel Handarbeitszeit steckte. Und die Frauen kennen sich aus, fachsimpeln über Wollarten und Muster, so wissen sie auch, dass ein Gemisch aus Bambus und Alpaka-Wolle der „Porsche“ unter den Sockenwollen ist.

Als Gruppe wollen sie demnächst beim Frühlingsfest in der Markthalle dabei sein oder Kreativmärkte besuchen, um sich neue Ideen und Anregungen zu holen.

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