Ein emotionales Stück Zeitgeschichte aus der Feder des Dramatikers Joshua Sobol kommt mit „Ghetto“ auf die GZH-Bühne (Szenefoto
Ein emotionales Stück Zeitgeschichte aus der Feder des Dramatikers Joshua Sobol kommt mit „Ghetto“ auf die GZH-Bühne (Szenefoto links). In „Wunschkinder“ (rechts einen Szenefoto) geht es um junge Liebe familiäre Verstrickungen. (Foto: Veranstalter)
Schwäbische Zeitung

Das Schauspiel-Programm bietet im Abonnement einen Preisvorteil und einen festen Sitzplatz. Ausführliche Informationen unter

kultur-friedrichshafen.de.

In Kürze startet das Programm des Kulturbüros Friedrichshafen in die neue Spielzeit. Neben drei Konzert-, zwei Ballett-, einem Musical & Entertainment- sowie mehreren gemischten Abonnements gibt es laut Pressemitteilung auch zwei Schauspiel-Abonnements mit jeweils vier ausgesuchten Inszenierungen: „Schauspiel im Graf-Zeppelin-Haus“ und „Studiotheater im Bahnhof Fischbach“. Zu Gast sind das Hans-Otto-Theater, Potsdam, das Wolfgang-Borchert-Theater, Münster, das Schauspiel Chemnitz, das Berliner Ensemble, das Theater Lindenhof, Melchingen, das Landestheater Schwaben und die Badische Landesbühne Bruchsal.

Manche dieser Bühnen kehren zum wiederholten Mal nach Friedrichshafen zurück, und es ist interessant, die Schauspieler in den unterschiedlichen Rollen zu erleben. Im „Schauspiel im Graf-Zeppelin-Haus“ gibt es zweimal Brecht, nämlich „Der gute Mensch von Sezuan“ und „Der kaukasische Kreidekreis“, beide Werke inzwischen „Klassiker“ und von zeitloser Thematik. Der Klassiker schlechthin, „Faust I“, kommt ebenfalls in einer sehenswerten Inszenierung aus Chemnitz hier zur Aufführung. Das Stück „Ghetto“ des zeitgenössischen israelischen Dramatikers Joshua Sobol entstand nach einer wahren Begebenheit im jüdischen Ghetto von Wilna. Hier kämpfen 1941 die jüdischen Protagonisten, unter ihnen Jakob Gens, Chef der Ghettopolizei, angesichts der zynischen Tyrannei des SS-Offiziers Kittel jeder auf seine Weise ums Überleben, unter anderem mit der Gründung eines Theaters im Ghetto – ein emotionales Stück Zeitgeschichte.

Im „Studiotheater im Bahnhof Fischbach“ stehen drei zeitgenössische Stücke und eine Bühnenfassung von „Amerika“, dem unvollendeten Roman Kafkas, auf dem Spielplan. Kafkas Roman handelt unter anderem vom Ankommen in einer fremden Gesellschaft, von Isolation und dem Gefühl des Ausgeliefertseins – Themen unserer Zeit.

„Ein echter Fälscher“

„Konrad Kujau – ein echter Fälscher“ von Franz Xaver Ott stellt den Schreiber von Hitler-Tagbüchern, der seinerzeit den größten deutschen Presseskandal auslöste, ins Zentrum seines zugleich ernsten und unterhaltsamen Stücks. Es setzt zum Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung Kujaus ein und legt die Sensationsgier und Verführbarkeit unserer Gesellschaft bloß.

„Ein ganzes Leben“ ist der hochmoderne Heimatroman von Robert Seethaler, der still, lakonisch und in knappen Szenen vom glückarmen Leben in der archaischen, oft brutalen Bergwelt seines Protagonisten Andreas Egger erzählt. Das Landestheater Schwaben bringt die Geschichte in einer eigenen Schauspielfassung auf die Bühne. Lutz Hübner und Sarah Nemitz zählen mittlerweile zu den meistgespielten Stücken an deutschsprachigen Theatern, aus ihrer Feder stammt zum Beispiel das Kultstück „Frau Müller muss weg“.

In „Wunschkinder“ verlieben sich der nach dem Abitur noch sehr ziellose Marc und Selma, die eine Ausbildung macht, zwei Jobs hat und ihre psychisch kranke Mutter versorgt. Eine Verbindung, die Marcs Eltern begrüßen. Dann wird Selma schwanger …

Das Schauspiel-Programm bietet im Abonnement einen Preisvorteil und einen festen Sitzplatz. Ausführliche Informationen unter

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