Klarinettist Andreas Ottensamer spielt im GZH

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Das Häfler Stadtorchester empfängt Ende März mit Andreas Ottensamer einen gefragten Klarinettisten. Gemeinsam spielen sie Stücke
Das Häfler Stadtorchester empfängt Ende März mit Andreas Ottensamer einen gefragten Klarinettisten. Gemeinsam spielen sie Stücke wie „Il Concerto“ von Oscar Navarro, das „Clarinet Concerto“ von Artie Shaw, die „Legenda Rumantscha“ von Oliver Waespi oder die Ouverture von „Candide“ von Leonard Bernstein. (Foto: archiv Nicolas Köb)
Gerd Kurat

Nach dem Cellisten Maximillian Hornung, dem Star-Tenor Klaus Florian Vogt wird dieses Jahr mit Andreas Ottensamer wieder ein außergewöhnlicher Solist beim Classic Winds-Konzert des Stadtorchesters Friedrichshafen zu hören sein. Für den Soloklarinettisten der Berliner Philharmoniker, erfolgreicher Solist mit renommierten Sinfonieorchestern weltweit und gefragter Kammermusiker hat MD Pietro Sarno, wie er stolz berichtet, etwas ganz besonders herausgesucht: „II Concerto“ für Klarinette und Blasorchester von Oscar Navarro.

Die einsätzige Originalkomposition hält sich an die klassische dreiteilige Form, nutzt alle technischen Möglichkeiten der Klarinette und fordert den Solisten durch hohe Virtuosität. Mit einer farbenprächtigen Orchestrierung in spanischem Kolorit, Flamenco- und Paso-Doble-Rhythmen wird das Orchester gefordert sein. Nicht zu schade ist sich der, aus einer österreichischen Musikerfamilie stammende Solist, auch im zweiten Teil des Konzerts aufzutreten. Das „Clarinet Concerto“ des „King of Clarinet“ Artie Shaw, ursprünglich für ein Jazz-Orchester komponiert, führt in die Welt des Boogie-Woogie, Blues und Swing, die in eine brillante Schluss-Kadenz des Klarinettensolisten mündet.

Geschickt hat Sarno das weitere Programm um diese beiden, doch sehr gegensätzlichen Solokonzerte, aufgebaut. So enthält der erste Teil nur Originalkompositionen. Gleich zu Beginn gibt es mit dem jungen, amerikanischen Komponisten John Mackey Neues zu entdecken. Er versucht zwar, etwas zu experimentieren, neue Klänge herauszukitzeln, driftet aber nicht ganz ab. Das bei uns weniger bekannte Werk „Aurora Awakes“ schildert das Erwachen der römischen Göttin der Morgenröte. Nach einem langsamen, stillen Beginn führt ein bewegter, energetisch geladener Teil zum strahlenden Licht. Deshalb ist es für Sarno ein gutes Eröffnungsstück.

Sechs rätoromanische Volkslieder aus Graubünden hat Oliver Waespi in der Komposition „Legenda Rumantscha“ für sinfonisches Blasorchester zusammengefasst. Dem Schweizer Komponist ist es gelungen, die einfachen Lieder zu einer Rhapsodie zu verarbeiten und so eine Synthese aus Kunst- und Volksmusik zu schaffen.

Nicht einfach war es, den jazzigen Sound des Artie-Shaw-Konzertes mit gut klingenden Arrangements für Blasorchester im zweiten Teil zu treffen. Sarno wurde beim Altmeister des modernen Orchesterklangs Leonard Bernstein fündig. So steht nach der Pause die schwungvolle Ouvertüre zur musikalischen Komödie „Candide“ auf dem Programm. Vier Tänze aus der „West-Side-Story“ werden den musikalischen Ausflug nach Amerika beenden.

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