Klüpfel und Kobr sorgen für unentwegtes Gelächter

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Bescheren den Kluftinger-Freunden einen gelungenen Abend: das Autoren-Duo Klüpfel und Kobr.
Bescheren den Kluftinger-Freunden einen gelungenen Abend: das Autoren-Duo Klüpfel und Kobr. (Foto: hmar)
Hermann Marte

Das Autoren-Duo Klüpfel und Kobr hat am Donnerstagabend in seiner Jubläums-Lese-Tour „Der Sinn des Lesens“ sein neuestes Werk mit Kommissar Kluftinger mit dem schlichten Titel „Kluftigner“ vorgestellt. Die Aussicht darauf, das zehnte Buch der Reihe von seinen Schöpfern vorgelesen zu bekommen, lockte zahlreiche Gäste in das Graf-Zeppelin-Haus.

Kluftinger ist sicherlich der bekannteste Kriminalpolizist im ganzen Allgäu. Seit er vor 15 Jahren mit „Milchgeld“ zum ersten Mal in den Buchläden erschien, hat sich die Buchreihe um den Landei-Kommissar zu einem Erfolgsprojekt mit Millionenauflage gemausert und Die Welt nannte ihn schon den Columbo von Altusried.

Trotz ihres Erfolges sind Volker Klüpfel und Michael Kobr aber ganz und gar bodenständig geblieben. Auf der Bühne trinken sie ihr Wasser aus „Pferdle und Äffle“-Bechern und auch ihre Aufmachung ist eher schlicht als schick. Das war früher noch ganz anders, wie sie dem Publikum auch auf einem Foto ihrer allerersten Lesung beweisen. Damals trugen sie beide noch Anzüge. Inzwischen ist das alles anders und auch die Nervosität von damals hat sich gänzlich gelegt.

Souverän beherrschen die beiden die Bühne und begeistern ihre Fans mit ihrem schwäbelnden Humor. Wie immer streiten sie sich beide den halben Abend lang. Wem haben die Jahre inzwischen mehr angetan, wer von beiden war das hübschere Kind und wer hatte in Jugendjahren den noch schlechteren Kleidergeschmack? All diese Fragen werden mit Fotos auf der Leinwand vor dem Publikum beantwortet. Das Zusammenspiel der beiden hat dabei schon etwas von Laienspielgruppe, aber das tut dem unentwegten Gelächter der Zuschauer keinen Abbruch.

Beim eigentlichen Vorlesen laufen Kobr und Klüftel dann zur Höchstform auf. Hier merkt man deutlich, dass sie von den Personen in ihren Geschichten ein klares Bild haben. Es hat nicht nur jede ihre eigene Tonlage sondern auch ihre Sprechmelodie, Aussprache und Intonation. Während gerade das Spielen von typisch dörflichen Personen ohne weitläufige Weltbildung häufig zu einer primitiven Dorfdeppendarstellung wird, erfährt man hier eine sehr lebensnahe Darstellung. Es sind Menschen, denen man auch in Wirklichkeit begegnen könnte.

Die Gefahr, dem Leser schon einige interessante Teile der Handlung vorwegzunehmen bestand nicht, denn waren nur wenige Texte aus dem vorderen Bereich ausgewählt worden. Das machte aber überhaupt nichts, im Gegenteil. Es gab nämlich Lesungen aus Kluftinger-Büchern, die im Buchhandel wohl niemals erscheinen werden.

Vatikan-Verschwörungs-Thriller à la Dan Brown

Am Anfang hatten die Autoren nämlich überlegt statt eines Krimis einem Vatikan-Verschwörungs-Thriller à la Dan Brown zu schreiben, dessen Anfang noch erhalten ist. So lernt das Publikum Kluftinger als hochgelehrten Professor kennen, der lässig eine Bombe entschärft, ehe er Besuch vom Papst bekommt, der ihn bittet die Reliquie des heiligen Richard zu Leutkirch vor einem Geheimbund zu retten.

Noch einige weitere Genres wurden mit Kluftingers Besuch beehrt, von der Science-Fiction bis zum skandinavischen Düster-Krimi nach Henning Mankell. Den Stil hatten die Autoren jedes Mal perfekt getroffen.

Was die Kenner an „Kluftinger“ besonders begeisterte war, dass zwei lange gehütete Geheimnisse gelüftet werden: Kluftingers Vornahmen und der Grund dafür, dass seine Frau ihn immer „Butzele“ nennt. Beides sei hier nicht verraten.

Nach dem Ende des Programms standen Kobr und Klüftel natürlich noch zum Signieren ihrer Bücher bereit. Damit war es für alle Kluftinger-Freunde ein rundum gelungener Abend.

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