Kinderuni beschäftigt sich mit der Steinzeit

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Im Steinzeitseminar lernen die Kinder, mit welchen Waffen man früher auf die Jagd ging.
Im Steinzeitseminar lernen die Kinder, mit welchen Waffen man früher auf die Jagd ging. (Foto: sb)
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An der Häfler Kinderuni in den Seminarräumen des Campus der DHBW im Fallenbrunnenhaben die Teilnehmer am Samstag 90 Minuten lang mit viel Spaß am Lernen gelacht, experimentiert, gemalt, Theater gespielt und die Sinne für optische Täuschungen geschärft. In vier Seminaren wurden insgesamt 52 Kinder zwischen fünf und neun Jahren in „Handwerk und Kultur der Steinzeit“, „Chemie an Weihnachten“, „Optische Täuschung“ und „Der Zauberlehrling“ unterrichtet.

„Dabei müssen die Dozenten über Hochschulwissen verfügen und gleichzeitig die Qualifikation einer Kindergärtnerin haben. Denn sogar die ganz Kleinen kommen schon mit einem ,Wikipedia-Wissen' an“, erklärt die Vorsitzende Gudrun Schäfer-Burmeister. Das funktioniere bei Kindern nicht über einen 90-minütigen Vortrag, oder eine lange Powerpoint Präsentation, lautet die Erfahrung der Vorsitzenden. „Die Dozenten müssen auf die Kinder eingehen. Dann sind sie dabei.“ Und das gelingt ihnen am Samstagvormittag mit Bravour. Sogar bei einem eher theoretischen Thema wie dem Aufbau der Netzhaut unseres Auges folgen die Kinder gebannt dem Dozenten Stephan Krause. Und als er verschiedene Fotografien zum Thema optische Täuschung zeigt, kugeln sich die zwölf Kinder vor Lachen und eifern um die Wette, wer als erstes die Lösung hat.

Im Seminar bei Sylvia Koß, selbstständige Naturpädagogin, lernen die Fünf- und Sechsjährigen unter anderem wie lang die Steinzeit war, welche Waffen verwendet wurden und wie schwierig es war, Feuer zu machen. Das darf die 20-köpfige Gruppe auch gleich mal draußen ausprobieren. Die fünfjährige Melanie fand das am spannendsten. Für Ria war das Fingermalen am besten. Ihr Vater hat sie extra aus Lindau nach Friedrichshafen gefahren. Seine Frau hat über das Internet von der Kinderuniversität gelesen und war begeistert. Ria trägt zufrieden ihr Bild, das sie in steinzeitlicher Manier mit Kohlestiften gemalt und mit steinzeitlichen Farben wie Ocker und Kreide eingefärbt hat, nach Hause.

Maximilian, sieben Jahre alt, hat sich an diesem Tag für den "Zauberlehrling" von Johann Wolfgang von Goethe entschieden. Er ist schon seit zwei Jahren an der Kinderuni. Der Unterricht sei "spannender, lustiger und cooler als die Schule“, bescheinigt er. Am besten habe ihm die Aufnahme für den Film gefallen, den die Dozentin und Theaterpädagogin Petra Reim-Bergmann von den Kindern gemacht hat und die er als Erinnerung mit nach Hause nehmen kann. „Sinn ist es, den Kindern die ungewohnte Sprache, Emotion und Intension des Zauberlehrlings zu entschlüsseln, um dann den Text einzusprechen, Bilder dazu zu malen und Geräusche zu vertonen. So entsteht für die Kinder ihr eigener Zauberlehrling-Film", sagt die Dozentin.

Im Chemielabor wird an diesem Tag experimentiert. Mit einem alten Textmarker, einem alten Marmeladenglas und Kerzenresten zeigt Benedikta Gattschau ihren elf Seminarteilnehmern, dass auch andere Stoffe leuchten können, als nur die Lampe an der Decke. „Chemie in Anwendung“ nennt das die gelernte chemisch, technische Assistentin.

Das aktuelle Semester der Kinderuniversität hat im September begonnen und geht noch bis Juli 2020. Seit 2006 gibt es die Kinderuniversität, die zu 85 Prozent von der Stadt Friedrichshafen gefördert wird.

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