Im Einsatz für die Bachmuschel: die Schüler der 4a der Grundschule Schnetzenhausen.
Im Einsatz für die Bachmuschel: die Schüler der 4a der Grundschule Schnetzenhausen. (Foto: Fotos: Stadt Friedrichshafen)
Schwäbische Zeitung

Schüler der Klasse 4a der Grundschule Schnetzenhausen haben Oberbürgermeister Andreas Brand in einem Brief mitgeteilt, dass sie sich Sorgen um den Mühlbach und die in ihm lebenden Bachmuscheln machten. Ihre Bitte an den OB: Er möge den Bach zum Naturschutzgebiet erklären. Daraufhin hat Brand den Kindern vorgeschlagen, gemeinsam mit Mitarbeitern der Abteilung Umwelt und Naturschutz und des Sachgebiets Gewässer im Stadtbauamt selbst etwas für den Mühlbach und die Bachmuscheln zu tun.

Aus dem Brief der Kinder war ganz deutlich geworden, dass sie sich sehr für die Natur rund um Schnetzenhausen, den Mühlbach und die streng geschützten Bachmuscheln interessieren. Und so trafen sich die Kinder noch vor den Ferien mit Manuela Hänsch und Elisabeth Austen sowie Angelika Eckstein, Biologin und Pädagogin des Grünen Klassenzimmers, vor Ort. Dort erzählten sie erst mal, warum sie sich für den Mühlbach und die Bachmuscheln interessieren. Den Brief an den OB hätten sie geschrieben, „damit die Tiere besser geschützt werden“.

Manuela Hänsch und Elisabeth Austen berichteten den Schülern von ihrer Arbeit und was sie täglich so machen. Angelika Eckstein erzählte den Kindern Interessantes über die Bachmuschel, die bis Mitte des 20. Jahrhundert sehr weit verbreitet war. Heute ist sie in Deutschland vom Aussterben bedroht. Deswegen ist das Vorkommen im Mühlbach Schnetzenhausen etwas Wertvolles und Schützenswertes. „Durch die Bachmuscheln muss der Mühlbach gar nicht mehr als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Er ist bereits durch die dort lebende Bachmuschel als Lebensraum geschützt. Alle Flüsse und Bäche haben außerdem schon einen guten Schutz durch bestehende Gesetze. So dürfen die Gewässer und ihre Ufer nicht beeinträchtigt werden“, erklärte Manuela Hänsch den Kindern.

Zwei große Säcke Müll

Eine Bachmuschel filtert zwei bis fünf Liter Wasser pro Stunde und trägt somit zur Selbstreinigung der Gewässer bei. Die Bachmuscheln leben verborgen im Bachbett – und man muss schon ganz genau schauen, um sie zu sehen. Die Kinder der Klasse 4a waren da richtige Experten und entdeckten die geschützten Tiere sofort zwischen den Steinen.

Für den praktischen Teil der Exkursion hatten Mitarbeiter der städtischen Baubetriebe bestimmte Stellen am Mühlbach gemäht. Unter Anleitung der Betreuerinnen gruben die Kinder so genannte „Bachmuscheltaschen“ als Unterschlupf für die Tiere. Am Rand des Mühlbachs säten sie Blühmischungen und sammelten den achtlos weggeworfenen Müll auf. Insgesamt kamen zwei große Säcke Müll zusammen.

„Die Mitarbeiter der Baubetriebe kümmern sich um die Pflege der etwa 300 Kilometer Flüsse und Bäche in Friedrichshafen. Aber sie können natürlich nicht überall sein und es wird viel zu viel Müll weggeworfen, der überall in unseren Flüssen landet“, sagte Elisabeth Austen und dankte den Kindern für ihren Einsatz: „Es ist toll, dass ihr euch engagiert und Müll am Bach sammelt.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen