Was macht eine gute Karikatur aus? Damit beschäftigten sich die Juniorstudenten der Gruppe 9+ unter fachkundiger Anleitung von M
Was macht eine gute Karikatur aus? Damit beschäftigten sich die Juniorstudenten der Gruppe 9+ unter fachkundiger Anleitung von Marcel Jäger. (Foto: Geiselhart)
Schwäbische Zeitung
Wilfried Geiselhart

Zum nächsten Seminartag lädt die Kinderuni am Samstag, 20. Oktober, in die Räume der DHBW im Fallenbrunnen ein.

Dass ihnen, was Redewendungen angeht, womöglich etwas Wichtiges durch die Lappen geht, davor müssen die Jungstudenten der Häfler Kinderuni grundsätzlich keine Angst haben. Sie befassen sich immer mit außergewöhnlichen Themen. Auch am vergangenen Samstag, als es im ZF-Campus der Zeppelin-Universität mit Volldampf ins neue Studienjahr 2018/2019 ging. In den vier Altersklassen war jede Menge los und auch für Überraschungen war gesorgt.

Fast und Slow Food

Zum Beispiel in der Gruppe der Sechs- bis Siebenjährigen. Was „Fast Food“ ist, das weiß man auch in diesem Alter schon. Aber schon mal was von „Slow Food“ gehört? Referentin Selma Koc führt kindgerecht und mit Leidenschaft in die Thematik ein. Dass es besser und gesünder ist, sich genussvoll und bewusst zu ernähren, anstatt immer nur Pommes oder Hamburger möglichst schnell in sich reinzustopfen, das leuchtet den Mädchen und Jungs ein. Slow Food stehe aber auch für „gut, sauber und fair“, erklärt die Dozentin.

„Kein Platz, kein Tageslicht: Würdet ihr euch so wohlfühlen?“ Wohl kaum. Unschöne Bilder mit Massentierhaltung bleibt den Kindern in diesem Zusammenhang nicht erspart. Später geht’s von der Theorie in die Praxis. An verschiedenen Stationen heißt es, die eigenen Sinne zu aktiveren, auch den eigenen Geruchssinn zu testen oder darauf aufmerksam zu werden, wie sich der Biss in ein Knäckebrot anhört.

Heiße Diskussion

Ortswechsel: Ein Wolf? Ein Fuchs oder ein Luchs? Weder noch. Schnell regt sich ein anderer Finger: „Ein Schakal“ ist die richtige Antwort, die aus dem Kreis der Sieben- bis Achtjährigen kommt. Wilfried Lehle für die Kinder in die „Tiersystematik“ ein und hat dazu natürlich auch schöne Fotos mitgebracht. Schnell ergibt sich eine rege Diskussion. „Schakale gehören auch zu den Hunden“, erklärt einer der Jungstudenten. „Der Wolf fällt durch seinen breiteren Kopf auf“, sagt ein anderer. Ein anderer kennt sogar einen Wolf mit Vornamen und weiß, dass Wölfe vom allem in Sachsen auftreten. „Und in Polen“, so eine weitere Wortmeldung.

„Kojoten sind gefährlich, die greifen sogar Menschen an“, sagt der Nächste.

„Kojoten sind gefährlich, die greifen sogar Menschen an“ 

In der Gruppe 9plus hat sich um Marcel Jäger ein großer Kreis gebildet. Der namhafte Karikaturist hat nicht nur seinen Schoßhund mitgebracht, sondern vor allem eine reiche Erfahrung und sein nach wie vor großes zeichnerisches Können. Flugs hat er aus dem Gedächtnis eine Karikatur aus längst vergangenen Zeiten erstellt. Man sieht Charles de Gaulle, wie er aus einem Panzerrohr hervorlugt – natürlich mit einer überzeichnet langen Nase. „De Gaulle hat mir zunächst einen wütenden Brief geschrieben – und sich später doch bei mir bedankt, dass ich meinen Job gut gemacht hätte“, kommt Jäger ins Plaudern und erklärt den Juniorstudenten die typischen Merkmale einer Karikatur. Jetzt aber darf selbst zum Stift gegriffen und eine Vorlage bearbeitet werden. Es geht um einen bedröppelt dreinschauenden Angler, der statt eines Fisches eine alte Bierflasche am Haken hat.

Früher Vogel fängt den Wurm

Zurück zu Redensarten und Sprichwörtern – und zu den Vorschulkindern. Woher das Sprichwort „Morgenstund’ hat Gold im Mund“ wohl herkommt? „Wer schon früh am Tag mit dem Arbeiten anfing, konnte sich im Mittelalter aber auch was leisten, also auch goldene Zähne“, erklärt Stephan Krause. „Mein Opa hat auch goldene Zähne“, sagt ein Stimmchen. Auch im weiteren Verlauf des 90-minütigen Seminars bleibt es spannend. Zum Beispiel erfahren die Kinder, dass im Mittelalter die Färber eine große Rolle bei der Entstehung von Sprichwörtern spielten.

Zum nächsten Seminartag lädt die Kinderuni am Samstag, 20. Oktober, in die Räume der DHBW im Fallenbrunnen ein.

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