Sandra Philipp
Sandra Philipp (Foto: Florentine Philipp)
sap

Name: Sandra Philipp (sap)

Alter: 39

Bei der SZ seit: 2006

Aufgabe: Reporter

Kontakt: nur donnerstags und freitags unter 07541 / 7005 332

E-Mail: s.philipp@schwaebische.de

Ein bisschen Überwindung kostet es mich schon. Aber gut, zu diesem Zeitungsjubiläum lass ich die Katze aus dem Sack. Es ist der Kelly Family zu verdanken, dass ich meinen Traumjob gefunden habe. Bis ich im Jahr 1997 mein Berufsorientierungspraktikum an der Realschule (BORS) machen sollte, hatte ich nämlich keinerlei Gedanken daran verschwendet, wie ich einmal mein Geld verdienen will.

Ich war schon immer neugierig und wortgewandt, hatte Spaß daran, meine Gedanken niederzuschreiben und pfiff auf die Obrigkeit. Doch wohin im Praktikum, fragte ich mich und blätterte als glühender Kelly-Fan in der Bravo. Da zischte ein Gedankenblitz heran: Der Journalistenberuf öffnet dir die Tür! Und so verbrachte ich mein BORS in der frisch gegründeten Lokalredaktion des Südkuriers in meiner Heimatstadt Friedrichshafen. Ich durfte mit dem Fotografen auf Tour gehen, schnupperte in den Gemeinderat und verfasste erste kleine Geschichten.

Das war der Beginn meiner, wie ich finde, großartigen Karriere. Heute, 20 Jahre später, liebe ich meinen Job immer noch wie am ersten Tag – gut mal mehr und mal weniger. Aber wem geht das nicht so? Während der restlichen Schulzeit bis zum Abitur jobbte ich beim Südkurier und fuhr mit meiner alten Vespa von Termin zu Termin. Das Studium in Konstanz begleiteten meine freie Mitarbeit beim SWR 4-Bodenseeradio und diverse Praktika bei Funk und Fernsehen, die mich bis nach Bremen führten.

„Kind, lern doch was Gescheites“, lagen mir meine Eltern im Ohr. „Als Journalist verdienst du doch nicht genug.“ Ich vergaß zu erwähnen, dass zu meinen weiteren Charaktereigenschaften eine kleine, liebenswürdige Sturheit zählt. So verschlug es mich zum Volontariat zur „Schwäbischen Zeitung“ und danach ins „weit entfernte“ bayerische Ausland, nach Lindau. Die ersten Berufsjahre verbrachte ich auf der Insel, lernte viel von einem wunderbaren Chef und tollen Kollegen. Sieben Gemeinden rund um Lindau waren meine Spielwiese, auf der ich mich täglich austoben und meine Hörner abstoßen konnte.

Mit der Geburt meiner beiden Töchter folgte der Wechsel ins Windel- und Breigeschäft, das ich Anfang 2018 gegen einen Teilzeitjob bei der SZ in Friedrichshafen eintauschte. Nach wie vor empfinde ich es als Privileg in dieser Gegend einen so erfüllenden Beruf ausüben zu dürfen und meine Freizeit mit meinen langjährigen Freunden, meiner Familie und auf dem Pferderücken verbringen zu dürfen.

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