Keine Schule in Fischbach, aber eine Oberstufe für Gemeinschaftsschulen

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Dunkle Wolken über Fischbach: Eine weiterführende Schule wird es hier erst mal nicht geben.
Dunkle Wolken über Fischbach: Eine weiterführende Schule wird es hier erst mal nicht geben. (Foto: Ralf Schäfer)
Ralf SchäferGemeinschafts-Oberstufe

Mit den Entscheidungen zum Schulentwicklungsplan haben die Stadt Friedrichshafen und ihr Gemeinderat am Montag die Weichen für die Zukunft der Häfler Schullandschaft gestellt. Wichtigste Punkte dabei waren eine weiterführende Schule in Fischbach, die abgelehnt wurde, und die Einrichtung einer Oberstufe der Gemeinschaftsschulen, die angestrebt und bald beantragt werden soll.

Über die Zukunft der Berger, Ettenkircher und Ailinger Grundschule ist nicht gesprochen worden, da die CDU schon im Kultur- und Sozialausschuss (KSA) erreicht hatte, dass diese Fragen wie vorgeschrieben zunächst in den Ortschaftsräten diskutiert werden müssen. Die Themen im Einzelnen:

Schule in Fischbach

In Fischbach ist man sich einig, eine Umfrage unter Grundschul-Eltern hat es ergeben, und auch die restliche Stimmung im Ortsteil weist in Richtung weiterführende Schule. Eine solche war mit der Umwandlung der Hauptschule zur Werkrealschul-Zweigstelle und später deren Aufgabe gestorben. Seit 2009 kämpfen die Grundschule und die Fischbacher für eine solche Schule.

Jetzt ist sie mit den Stimmen von CDU, SPD und Freien Wählern abgelehnt worden. FDP, Grüne und ödp hatten eine solche Schule in Fischbach schaffen wollen.

Das Gegenargument der Mehrheit: Eine solche Schule in Fischbach sei nicht genehmigungsfähig. Einen Zuschuss für Baukosten werde es beim vorhandenen Schulraum in der Stadt auch nicht geben. So hatte es der stellvertretende Leiter des Schulamtes Markdorf, Kurt Caspari, erklärt.

Da die Einrichtung einer weiterführenden Schule eine regionale Schulentwicklung sei, müssten alle anderen regionalen Schulträger befragt werden und auch zustimmen. Es sollte also Konsens bestehen. Sollte das nicht der Fall sein, entscheidet das Regierungspräsidium nach einer Schlichtungsphase und nach vorgegebenen Voraussetzungen.

Gemeinschaftsschul-Oberstufe

Die beiden Gemeinschaftsschulen Graf Soden und Schreinenesch wollen eine gemeinsame gymnasiale Oberstufe einrichten. Der Schulausschuss hatte die Empfehlung an den Gemeinderat gegeben, die Entscheidung zwar zu vertagen, aber bereits jetzt zur Sicherheit für die Eltern klar zu sagen, dass die Stadt die Einrichtung dieser Oberstufe anstrebe. Der Antrag dafür solle „zum frühestmöglichen Zeitpunkt“ gestellt werden. Darüber musste jetzt der Rat entscheiden.

Klaus Moosmann, Leiter des Schulamtes Markdorf, erläuterte dazu, dass auch die Einrichtung dieser Oberstufe eine regionale Schulentwicklung sei. Folgerichtig müssten auch hier alle anderen Schulträger zustimmen. Ferner sei klar zu definieren, welche der beiden Gemeinschaftsschulen eine solche Oberstufe anbiete. Später könnte es dann zu Kooperationen kommen.

Wie schon im Ausschuss war auch diesmal die Mehrheit (22 Stimmen von SPD, Grünen, ödp und Teilen der Freien Wähler) dafür, diese Schulstufe anzustreben. Beantragt wird erst, wenn Richtlinien dazu vorlägen. „Die will der Kultusminister im April veröffentlichen“, hatte Dieter Stauber (SPD) mitgeteilt. Gegen diesen Antrag stimmten die CDU, die FDP, Teile der Freien Wähler und der Oberbürgermeister.

Dritter Zug für Schreienesch

Die Einrichtung eines dritten Zuges für die Schreienesch-Gemeinschaftsschule ist hingegen einstimmig, also auch mit den Stimmen der CDU, angenommen worden. CDU-Fraktionschef Achim Brotzer dazu nach der Sitzung: „Dieser dritte Zug hat nicht mit einer Oberstufe für die Gemeinschaftsschulen zu tun.“

Schicksal Werkrealschulen

Die Werkrealschule Pestalozzi soll auslaufen, die Ludwig-Dürr-Werkrealschule jedoch weiterbestehen. Die Ludwig-Dürr-Schule unterhält acht internationale Vorbereitungsklassen für Flüchtlingskinder. Weitere solcher Klassen sollen dezentral an anderen Schulen eingerichtet werden.

Rest einstimmig beschlossen

Die Realschule Neu in Ailingen wird kommen, da die gesetzlich vorgeschrieben ist. Den Standort der Sprachheilschule soll die Verwaltung überprüfen, sofern die bestehenden Räume von der Gemeinschaftsschule Schreienesch gebraucht werden. Die Verwaltung wird ein Konzept vorlegen, nach dem alle Schulen in Friedrichshafen Ganztagsbetreuung anbieten und damit warmes Mittagessen für allevorhalten sollen. Die Wahlmöglichkeit der Eltern soll bestehen bleiben.

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