Keine Angst vor neuen Wegen und neuen Lösungen

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Wilfried Geiselhart

Einfach klasse: Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Campus Seemooser Horn der Zeppelin-Universität sind am Dienstagabend die Förderpreise des alle zwei Jahre ausgetragenen Wettbewerbs der Zeppelin-Jugendstiftung „JUST!“ verliehen worden. Insgesamt wurde Preisgeld in Höhe von 25 000 Euro ausgeschüttet.

Honoriert wird damit die Leistung von 32 Schülern und Studenten aus vier Teams und einer Einzelpreisträgerin – für Projekte, die sich durch innovative und visionäre Sichtweise ganz im Sinne des Grafen Zeppelin auszeichnen, wie Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung des Zeppelin GmbH und Vorsitzender des Vorstands der Jugendstiftung, betonte. Dass gerade diese an aufwärtsstrebende junge Menschen gerichtete Stiftung eine konsequente und auf Nachhaltigkeit ausgelegte Fortsetzung der Zeppelinstiftung sei, sagte Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand als Kuratoriumsvorsitzender von „JUST“ in seinem Grußwort und spornte die Preisträger an, auch in Zukunft „neue Wege und Lösungen“ zu finden.

Hintergründig auch der Vortrag von „Keynote Speaker“ Phillip Riederle, der mit launigen Worten die Vorurteile zwischen Alt und Jung, zwischen analoger und digitaler Welt, schonungslos entlarvte. Der heute 24-jährige ZU-Student hat bereits im zarten Alter von 13 Jahren einen ersten erfolgreichen Podcast gestartet, gründete mit 15 sein erstes Unternehmen und ist mittlerweile auch erfolgreicher Buchautor. „Macht Krawall in den Unternehmen! Fordert Eure Ansprüche ein!“, so sein Appell an die junge Generation mit Blick auf deren Eintritt in ein Berufsleben.

Passend zum Anlass auch die anspruchsvolle musikalische Untermalung des Abends durch Sabeth Gersak am Klavier und Andrey Sulimov an der Klarinette, die sich nach ihrem erfolgreichen Auftreten beim Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ jetzt auf den Bundeswettbewerb freuen dürfen.

Gerade die große Bandbreite der preisgekrönten Projekte ist beeindruckend. Für ihre Masterarbeit an der Hochschule Ravensburg-Weingarten, die sich mit der „Ermittlung von Störgrößen telezentrischer Strahlengänge an einer Glasringprüfmaschine und deren Einfluss auf die Messgenauigkeit“ befasst, wurde Caroline Reutter ausgezeichnet. Ebenso wie eine Gruppe von Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), die dem Thema „Leichtbau“ sehr lebendig und praxisnah nachgegangen sind. Das Licht oder andere haushaltsrelevante Bereiche über ein Smartphone steuern? Dieser Überlegung haben sich Schüler des KMG mit Erfolg gewidmet.

Schüler entwickeln Fieberpflaster

Gibt es in Zukunft „Medizin auf Knopfdruck“? Mit dieser spannenden Frage beschäftigen sich Ramona Blank, Afra Weippert, Svenja Kräutter und Elena Rauch schon seit mehreren Jahren. Die Elftklässlerinnen der Kursstufe 1 des Tettnanger Montfortgymnasiums haben im Rahmen der Chemie-AG ein Fieberpflaster entwickelt, das die Körpertemperatur kontinuierlich misst, sie an ein Handy weiterleitet und bei Fieber durch ein elektrisches Signal das entsprechende Medikament freisetzt. „Natürlich muss das Pflaster auch individuell an den Patienten anpassbar sein und einen guten Tragekomfort bieten. Also geht es auch um Größe und Gewicht“, erklären die jungen Frauen mit berechtigtem Stolz und Feuer in den Augen. Aus ihrer Leidenschaft für naturwissenschaftliche oder medizinische Fragen machen sie keinen Hehl. Dass sie auch ihre berufliche Zukunft in dieser Richtung vorstellen können, das steht für sie außer Frage.

Dass auch soziale Projekte von der Jugendstiftung als förderungswürdig angesehen werden, beweist die Vergabe eines „Anerkennungspreises“ an Sham Ayoub, Shaimaa Albadran und Sanjar Sanjari. Die 15-jährigen Schüler der Ludwig-Dürr-Schule stammen aus Syrien und aus Afghanistan. Sie haben einen „Ehrenkodex der Konfliktbegleiter“ entwickelt – und haben sichtlich Spaß an ihrem gesellschaftlich wichtigen Engagement.

Muss darf auch „erfolgreich scheitern“, um sein Ziel zu erreichen, wie Peter Gerstmann anmerkt. So habe Thomas Edison habe immerhin 5000 Versuch benötigt, um seine Glühlampe zum Leuchten zu bringen und ohne das Waterloo des Grafen in Echterdingen hätte es die Zeppelin-Stiftung nie gegeben. Auch solche Worte wurden von den Festgästen gerne gehört – und dürften weiter Ansporn für visionäre junge Menschen sein.

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