„Kein pseudo-futuristischer Stadtbalkon“

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Das „Netzwerk für Friedrichshafen“ geht optimistisch ins Rennen um die 40 Gemeinderatsmandate: Frontmann Philipp Fuhrmann (viert
Das „Netzwerk für Friedrichshafen“ geht optimistisch ins Rennen um die 40 Gemeinderatsmandate: Frontmann Philipp Fuhrmann (vierter von links) mit den Themensprechern (von links) Sabina Sohm, Bernd Bolender, Nadine Gumpoltsberger, Jürgen Holeksa, Simon Wolpold, Jürgen Hauke und Dieter Gumpoltsberger. (Foto: Wilfried Geiselhart)
Wilfried Geiselhart

Mit breiter Brust geht das „Netzwerk für Friedrichshafen“ in die Gemeinderatswahl am 26. Mai. „Wir hoffen auf Fraktionsstärke. Das ist ein realistisches Ziel“, sagte Philipp Fuhrmann – der von Listenplatz 1 ins Rennen geht – bei der Vorstellung des kommunalpolitischen Programms im Rathauscafé.

Die Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels und die Erhöhung der Aufenthaltsqualität in der Kernstadt seien zentrale Forderungen, sagte Jürgen Holeksa. Das ehemalige ZF-Vorstandsmitglied ist Sprecher des Netzwerks im Bereich „Wirtschaft und Finanzen“. Neben dem „Ein-Euro-Tages-Busticket“ will man sich für 90-minütiges kostenfreies Parken in den Parkhäusern am See, in der Altstadt und am Stadtbahnhof stark machen. Unter dem Stichwort „Startbahn Friedrichshafen“ soll nach Willen des Netzwerks ein zentral gelegener Ort – auch eine digitale Plattform – bereitgestellt werden, um Beratungsleistungen für Existenzgründungen anzubieten. „Wir wollen eine Gründer- und Start-up-Szene etablieren und den Pioniergeist in Friedrichshafen wiederbeleben“, sagte Holeksa. Die mit dem Händlerschwund kämpfende Markthalle an der alten Feuerwache wolle man zu einer „echten Markthalle“ machen, in der landwirtschaftliche Erzeuger ihre regionalen Produkte anbieten können.

„Der Seewald muss in seiner Gänze erhalten bleiben.“ Auch diese Forderung hat sich das „Netzwerk für Friedrichshafen“ auf die Fahnen geschrieben. Außerdem will man sich für eine „komplett durchgrünte Stadt“ einsetzen und insbesondere die Begrünung und Entsiegelung von Adenauerplatz und Franziskusplatz vorantreiben, sagte Simon Wolpold, Sprecher des Bereichs „Ökologie und Umwelt“. Demnach solle es unter anderem auch Anreizprogramme zur Förderung der privaten Gartenkultur geben.

Die ihrer Ansicht nach „mangelnde Qualität“ des Mittagessens an Häfler Schulen prangerte Nadine Gumpoltsberger an. Hier solle mehr Regionalität zum Einsatz kommen. Außerdem sei die digitale Ausstattung der Schulen veraltet und solle durch eine zeitgemäße digitale Infrastruktur ersetzt werden.

„Kein pseudo-futuristischer Stadtbalkon!“ „Keine Partymeile an der Uferstraße!“ So lauten einige der Kernaussagen des Netzwerks in Bezug auf die geplante Neugestaltung des Uferparks. Dass eine Erhaltung der Bestandsgebäude – wie etwa im Fall des Karl-Olga-Hauses – grundsätzlich vorrangig gegenüber Neubauten zu behandeln sei, betonte Jürgen Hauke. Auch Philipp Fuhrmann wünscht sich eine „andere Grundstückspolitik und eine aktive Wohnbaupolitik.“ Nach Ansicht des Netzwerks solle die Städtische Wohnbaugesellschaft weitere freie Grundstücke erwerben und für bezahlbaren Wohnraum sorgen. Als vorbildlich nannte Jürgen Hauke das St.-Anna-Quartier in Tettnang. Dort seien Mietpreise für unter acht Euro pro Quadratmeter ermöglicht worden.

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