Der Katamaran hat im August eine Segelyacht versenkt.
Der Katamaran hat im August eine Segelyacht versenkt. (Foto: Ralf Schäfer)

3600 Euro Strafe muss der Schiffsführer des Katamarans zahlen, der im August mit dem Katamaran ein Segelschiff gerammt und versenkt hat. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Gefährdung des Schiffsverkehrs und fahrlässige Körperverletzung vor.

Strafrechtlich sind damit die Ermittlungen beendet. Ob es ein Zivilrechtsverfahren geben wird, in dem es dann um Schadenersatz oder Schmerzensgeld gehen könnte, ist zurzeit nicht bekannt. Der Katamaran-Reederei liegen keine Unterlagen dergleichen vor, sie selbst habe erst durch Medienberichte von der Entscheidung der Staatsanwaltschaft erfahren.

Der Schiffsführer hat jetzt zwei Wochen Zeit, gegen den Strafbefehl Widerspruch einzulegen. Der wird dann vor dem Amtsgericht Konstanz verhandelt.

Der Schiffsführer hatte am frühen Abend des 12. August vergangenen Jahres auf Höhe Hagnau eine Segelyacht gerammt und versenkt. Die Besatzung, ein Ehepaar aus Konstanz, musste von der Katamaran-Mannschaft aus dem Wasser gerettet werden, das Segelboot war binnen weniger Minuten gesunken.

Es liegt dort auf rund 240 Meter Tiefe immer noch im See, wird nach Aussage der Wasserschutzpolizei auch nicht geborgen.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz, Andreas Mathy, spricht von Fahrlässigkeit, der Schiffsführer hätte den Segler sehen müssen. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass der zweite Schiffsführer zurzeit des Unfalls von einem Ingenieur in technische Details eingewiesen wurde, den Blick also nicht auf den See hatte.

Diese Ermittlungen würden sich mit den Erkenntnissen decken, die die Katamaran-Reederei ebenfalls hat, ist aus der Reederei zu hören. Wie deren Sprecher Sebastian Dix gegenüber der Schwäbischen Zeitung betonte, nehme die Geschäftsführung die Entscheidung der Staatsanwaltschaft zum Anlass, sich Gedanken über Verbesserungen der Sicherheit auf den Katamaranen zu machen. Er sagt aber auch: „Wir sind elf Jahre unfallfrei gefahren und haben dabei einige Wassersportler aus bedrohlichen Situationen gerettet.“ Diese elf Jahre würden für das technische System Katamaran und die Qualität der Schiffsführer sprechen.

Der Bodensee-Segler-Verband hat anlässlich dieses Unfalls die Wiederaufnahme der wasserrechtlichen Genehmigung gefordert, wie sie ursprünglich galt.

Wasserrechtliche Genehmigung

Seit 1. Januar 2013 müssen nicht mehr zwei voll qualifizierte Schiffsführer auf der Brücke sein, es reicht ein Schiffsführer und ein Maschinen-matrose. Die Staatsanwaltschaft hat das Landratsamt Konstanz, die für die wasserrechtliche Genehmigung zuständige Behörde, über den Strafbefehl informiert.

Dort wird in der kommenden Woche mit mehreren Behörden darüber diskutiert werden, ob der Unfall Konsequenzen nach sich ziehen muss. Sollten die Fachämter im Landratsamt Konstanz das für nötig erachten, soll darüber gesprochen werden, wie diese Konsequenzen aussehen könnten.

Die Reederei selbst war nie Konfliktpartei in dieser Untersuchung. Die Schiffsführer der Katamarane werden von den Stadtwerken Konstanz gestellt und kommen von BSB-Schiffen und den Fähren. Andreas Mathy sagt, dass die Staatsanwaltschaft die Reederei nur wegen der Auswertung des elektronischen Fahrtenschreibers befragt habe.

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