Kater mit riesigem Überlebenswillen sucht ein Zuhause

 Smokeys Einschläferung schien unumgänglich. Doch heute ist er neun Monate alt, verschmust und verspielt.
Smokeys Einschläferung schien unumgänglich. Doch heute ist er neun Monate alt, verschmust und verspielt. (Foto: Andreas Thiele)
Redakteur

Kater Smokey schnurrt und schmust. Selbstverständlich ist das nicht, denn dass er noch lebt, ist ein kleines Wunder. „Smokey wurde im November 2021 mit einer extremen Wirbelfraktur zu uns gebracht. Da war er erst fünf Monate alt“, sagt Tierarzt Andreas Thiele, bei dem Smokey seither untergebracht ist.

Nach seinen Erfahrungen, sagt der Tierarzt aus Bunkhofen, hätte dieser Bruch des Rückgrats eigentlich Smokeys Todesurteil sein müssen – waren die gebrochenen Wirbel doch stark übereinander verschoben. Die schwere Verletzung unter dem Fell war mit bloßem Auge zu erkennen. Smokeys Hinterbeine waren gelähmt und es schien sehr unwahrscheinlich, dass sich daran etwas ändern wurde.

Andreas Thiele hielt eine Einschläferung für unumgänglich. Trotzdem wartete er noch einige Tage ab. „Und in dieser Zeit hat sich Smokey zurück ins Leben gekämpf“, sagt Thiele. „Er konnte zunehmend besser laufen. Er hat extremen Kampfgeist gezeigt.“

 Smokeys Einschläferung schien unumgänglich. Doch heute ist er neun Monate alt, verschmust und verspielt.
Smokeys Einschläferung schien unumgänglich. Doch heute ist er neun Monate alt, verschmust und verspielt. (Foto: Andreas Thiele)

Beim Gang aufs Klo braucht Smokey Hilfe.

Trotzdem musste Smokey noch mehrere Operationen über sich ergehen lassen: an der Wirbelsäule natürlich, zudem wurde der Schwanz amputiert, der infolge der Verletzung gelähmt blieb. Zudem wurde Smokey kastriert, gechipt und geimpft. Inzwischen ist der Kater putzmunter, verspielt und anhänglich. Er bewegt sich ganz normal.

 Das Röntgenbild zeigt, wie stark Smokeys Rückenwirbel übereinander verschoben waren. Trotzdem haben sich die Nervenbahnen regen
Das Röntgenbild zeigt, wie stark Smokeys Rückenwirbel übereinander verschoben waren. Trotzdem haben sich die Nervenbahnen regeneriert und Smokey kann sich wieder normal bewegen. (Foto: Andreas Thiele)

Doch zwei Probleme sind geblieben: Smokey hat keine Kontrolle über seine Ausscheidungen mehr. „Seine Blase muss zweimal täglich ausgedrückt werden. Aber das funktioniert bei ihm sehr gut“, sagt Andreas Thiele. „Smokey hat dabei keine Schmerzen. Oft schnurrt er beim Ausdrücken der Blase sogar.“ Zudem verliere Smokey relativ unkontrolliert seinen Kot. Allerdings sei der „gut geformt“ , also fest und nicht Durchfall-ähnlich, erklärt der Tierarzt.

Der Kater ist verspielt und zutraulich

Wegen dieser Probleme hat Smokey bislang noch keine neuen Besitzer gefunden. „Dabei ist er extrem gut drauf“, sagt Andreas Thiele. Schon seit Monaten versucht er, Smokey zu vermitteln, doch ohne Erfolg. Beim Tierarzt ist Smokey in der größten Tierbox untergebracht, die die Praxis hat. „Aber das ist für eine Katze natürlich trotzdem nicht artgerecht“, sagt Thiele – wenngleich Smokey vom Praxisteam sehr oft herausgeholt werde, um ihn zu streicheln und mit ihm zu spielen.

„Er hat uns alle um den Finger gewickelt“, sagt Thiele. Er hofft, dass sich jemand meldet, der bereit ist, Smokey ein liebevolles Zuhause zu geben. Andreas Thiele glaubt, der Kater sei fit genug, um auch als Freigänger gehalten zu werden, der nicht strikt auf die Wohnung beschränkt bleibt.

Wenn sich niemand findet, besteht die Hoffnung, dass der noch so junge Kater auf einem Gnadenhof unterkommt, „Aber die Vermittlung an eine Privatperson wäre natürlich schöner. Und das hätte Smokey einfach auch verdient“, sagt Thiele.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, Smokey aufzunehmen, kann ihn in der Tierarztpraxis Thiele besuchen. Erreichbar ist sie unter Telefon 07541/58900.

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