Katamaran fährt 2016 so wenig Defizit ein wie noch nie

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Die Geschäftsführer der Katamaran-Reederei, Norbert Schültke und Christoph Witte (von links) rechnen damit, 2018 mit dem Katamar
Die Geschäftsführer der Katamaran-Reederei, Norbert Schültke und Christoph Witte (von links) rechnen damit, 2018 mit dem Katamaran in die Gewinnzone zu fahren. (Foto: PR)
Schwäbische Zeitung

Der Katamaran mausert sich zu einem lukrativen Öffentlichen Personen Nahverkehrsmittel. 2016 weist er einen Kostendeckungsgrad von 99,1 Prozent auf, schließt mit einem Defizit von nur noch 30000 Euro ab und hat mit 1200 so viele Dauerfahrgäste wie noch nie. Die Geschäftsleitung rechnet damit, 2018 mit den schnellen Schiffen in die Gewinnzone fahren zu können.

Die Bilanzpressekonferenz der Katamaran-Reederei war bestimmt von besten Unternehmens-Zahlen. „Es ist die beste Bilanz seit Bestehen der Katamaran-Verbindung Friedrichshafen-Konstanz“, sagte Geschäftsführer Norbert Schültken und betont auch gleich, dass die Vorarbeit dazu sein Vorgänger Manfred Foss noch geleistet habe, der im vergangenen Jahr in den Ruhestand gegangen war.

Auch der Technische Geschäftsführer der Reederei, Christoph Witte, hat allen Grund zur Freude. Durch die neuen Motoren, die in dem Kat „Constanze“ eingebaut sind, wurden nicht nur 102 Tonnen CO weniger in die Atmosphäre geblasen, sondern auch die Betriebskosten gesenkt. Der Verbrauch konnte auf 3,73 Liter pro Kilometer reduziert werden. Witte dazu: „Das sind rund elf Prozent weniger Kraftstoff und nur noch 2,27 Liter für eine Person auf der Strecke Friedrichshafen - Konstanz. Das schafft kein Auto mit Fähre.“

Neue Technik spart Sprit

Die neuen Propeller der Schiffe sparen noch einmal fünf Prozent Kraftstoff ein. Und die Anzahl der Fahrgäste steigt wieder deutlich an. Im April diesen Jahres waren es mit rund 40000 Passagieren rund 30 Prozent mehr als im April des vergangenen Jahres. Ins Plus fahren die Katamarane jedoch frühestens 2018, „es sei denn, wir haben einen Supersommer und ungewöhnlich hohe Fahrgastzahlen“, sagt Norbert Schültke. Den Grund dafür, dass 2017 noch kein Gewinn eingefahren werden könne, nennt Christoph Witte. Die Motoren, die testweise in der „Constanze“ gelaufen sind, sollen jetzt auch in „Fridolin“ und „Ferdinand“, die beiden anderen Katamarane, eingebaut werden. Und das kostet Geld, spart aber auf der anderen Seite Betriebskosten ein.

Eine weitere gute Nachricht für den Kat am Rande: Das Landratsamt habe keinen Grund erkannt, wegen des Unfalls im vergangenen Jahr technische Änderungen vorzuschreiben, so die Geschäftsleitung. Der Kat hatte damals wegen menschlichen Versagens eine Segelyacht gerammt und versenkt.

Die Zahlen der Bilanz

Der Kraftstoffverbrauch durch neue Motoren in der „Constanze“ sinkt von 4,17 Litern pro Kilometer auf 3,73 Liter pro Kilometer. Das macht eine CO-Einsparung von 102 Tonnen aus.

Fahrgastzahlen: 451437 (Vorjahr: 453261, Rekord: 2014 mit 472567)

Kostendeckungsgrad: 99,1 Prozent (Rekord) (Vorjahr: 95,5 Prozent)

Unternehmensergebnis: 30000 Euro Defizit (Vorjahr: -160000 Euro, Rekord: 2006 -983000 Euro)

Ausfall: Von 9800 Fahrten fielen 108 Kurse aus (über 90 Prozent davon witterungsbedingt).

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