Künftiger Bauabschnitt auf Friedrichstraße sorgt für Diskussionen

Lesedauer: 5 Min

Die Baustelle an der Friedrichstraße wird ab 9. August auf einen Teil der Fahrbahn ausgeweitet.
Die Baustelle an der Friedrichstraße wird ab 9. August auf einen Teil der Fahrbahn ausgeweitet. (Foto: Anne Jethon)
Crossmedia-Volontärin

Für einen neuen Bauabschnitt auf dem ehemaligen Schöllhorn-Areal muss der Verkehr in der Friedrichstraße umgeleitet werden. In der jüngsten Gemeinderatssitzung am Montag hat die Stadt auf Anfrage der Grünen über die Verkehrsveränderungen informiert. Die Grünen sehen die Fußgänger klar im Nachteil.

Für den neuen Bauabschnitt rückt die Baustelle auf dem ehemaligen Schöllhorn-Areal bis auf die Fahrbahn der Friedrichstraße. Die Bauarbeiten sind für den Zeitraum vom 9. August bis zum 31. Dezember geplant. Die Stadt ist für die nötige Verkehrsplanung an dieser Stelle zuständig.

Hans-Jörg Schraitle, Amtsleiter für das Amt Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt, erklärte bei der Gemeinderatssitzung, dass der Verkehr in Richtung Stadtbahnhof auf die aktuelle Gegenfahrbahn umgelegt wird. Die Rechtsabbiegespur zum Parkhaus am See soll als gemeinsame Geradeaus- und Rechtsabbiegespur genutzt werden. Die Fußgänger, die vom Bahnhof aus gesehen auf der linken Seite in Richtung Stadt laufen möchten, müssen die Straßenseite wechseln, um weiterhin auf einem Gehweg zu bleiben. Der Grund: Der Gehweg auf Höhe Schöllhorn liege laut Schraitle unter anderem im „Schwenkbereich“ der Kräne. Die Fußgänger werden auf Höhe von Gessler 1862 auf die andere Straßenseite umgeleitet. Dabei müssen die Fußgänger eine lange Wartezeit in Kauf nehmen, da die Ampeltaktung an beiden Lichtanlagen verändert wird. Statt 40 Sekunden, sollen die Fußgänger an der künftigen Baustelle insgesamt 75 Sekunden warten.

Für Radfahrer ändert sich laut Schraitle nichts. „Bei 750 Baustellen dieses Jahr in Friedrichshafen ist das eine Baustelle, die nicht sonderlich dramatisch ist.“

Benachteiligte Fußgänger

Die Rückmeldung der Grünen bei der Gemeinderatssitzung war durchweg kritisch. „Die Fußgänger müssen zwei Ampelanlagen queren und kommen an einen Rad und Fußweg, der ohnehin schon überlastet ist“, sagte Regine Ankermann. Vor allem der Fuß- und Radweg auf der gegenüberliegenden Seite der Baustelle sei gefährlich, weil zu viele Leute auf dem Rad- und Fußweg unterwegs seien. Sie schlägt eine deutliche Markierung des Radwegs entlang der Friedrichstraße vor. „Wir dürfen keinen getrennten Radweg ausweisen, weil uns die Breite dafür fehlt“, sagte Schraitle. Gerhard Leiprecht von den Grünen betonte, dass die „Sensibilität“ bei der Verkehrsführung an manchen Baustellen in Friedrichshafen fehle. Er fordert die Stadt auf, mehr an die Fußgänger zu denken.

Christine Heimpel von der SPD war ebenfalls nicht mit der langen Wartezeit für die Fußgänger an der Ampel einverstanden: „Wir müssen den Leuten den Komfort geben, schneller zu sein als die Autos in Friedrichshafen.“ Sie sprach sich für eine gerechtere Taktung der Ampelschaltung an der Baustelle aus. Laut Schraitle führe dies aber zu „erheblichen Beeinträchtigungen“ im Verkehr.

Oberbürgermeister Andreas Brand versicherte, dass die Stadt regelmäßig auf die Baustellen schaue und betonte, dass eine politische Opportunität in der Verkehrsbehörde keine Rolle spielen solle.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen