Junges Trio bietet Hörgenuss auf höchstem Niveau

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 Ein ausgezeichnetes Trio: Paul Moosbrugger (Klarinette), Gabriel Meloni (Klavier) und Felix Brunnenkant (Violoncello) brilliere
Ein ausgezeichnetes Trio: Paul Moosbrugger (Klarinette), Gabriel Meloni (Klavier) und Felix Brunnenkant (Violoncello) brillieren im Graf-Zeppelin-Haus. (Foto: Ruth Maria Schwamborn)
Ruth Maria Schwamborn

Es ist ein Hörgenuss der besonderen Art gewesen, den die Besucher des Kammerkonzertes am Sonntagmorgen im Ludwig-Dürr-Saal des Graf-Zeppelin-Hauses zu hören bekamen. Auf der Bühne saßen drei junge Musiker im Alter von grademal 17 und 18 Jahren.

Paul Moosbrugger (Klarinette), Felix Brunnenkant (Violoncello) und Gabriel Meloni (Klavier) lernten sich während ihrer Schulzeit auf dem Musikgymnasium in Feldkirch kennen. Alle drei wurden zig-fach mit Ersten- und Sonderpreisen auf nationaler und internationaler Ebene ausgezeichnet. Moosbrugger und Brunnenkant gewannen beide mit ihrem jeweiligen Instrument den Solistenwettbewerb des Vorarlberger Landeskonservatoriums. Auch Gabriel Meloni gewann als Solist mehrere erste Preise und Sonderpreise beim Bundeswettbewerb „Prima La Musica“. Zudem wurde er 2015 von 350 Kindern weltweit dazu auserwählt, an einem Musiklehrgang mit dem großen Künstler Lang Lang teilzunehmen. Ihrer Bodenständigkeit und Bescheidenheit tat der frühe musikalische Erfolg keinen Abbruch. Die Instrumentalisten überzeugten von Beginn an mit ihrem virtuosen Können und ließen keine Zweifel aufkommen, jeden einzelnen Preis verdient zu haben.

Im ersten Teil des Konzertes konnten die Zuhörer das Klarinettentrio Op.38 Es-Dur von Ludwig van Beethoven genießen. Hier brillierte Paul Moosbrugger an seiner Klarinette und zeigte die ganzen Facetten dieses Instruments auf. Von geradezu schrill und durchdringend, zu den leisen und zarten Tönen.

Im Wechsel mit den anderen beiden Instrumenten gelang eine Art musikalisches Frage- und Antwort- Spiel: ein wechselseitiges harmonisches Hin und Her. Ein Zustand, der von den Dreien auch körperlich sichtbar wurde, denn die Jungmusiker lebten förmlich das was sie da spielten. Bei ihnen bewegte sich der ganze Körper, selbst bei kurzen Ruhesequenzen nahmen die Solisten die Schwingungen der anderen auf. Im zweiten Teil des Kammerkonzertes widmeten sich die drei Künstler dem Komponisten Robert Muczynski mit seinem Fantasietrio Op.26. Dieser gilt als einer der bedeutendsten neoklassizistischen amerikanischen Komponisten der Nachkriegszeit. Seine jazzigen Einflüsse waren auch bei den ausgewählten Stücken durchaus hörbar. Hier konnten alle drei Instrumentalisten ihre ganze Virtuosität und ihr Können unter Beweis stellen. Das Allegro energico beinhaltet bereits im Namen die dazugehörige Spielweise: energisch und bestimmt. Dies gelang dem Trio sehr überzeugend und man staunte über die flinke Fingerfertigkeit welche die rhythmische Partitur erforderte. Doch auch die schweren melancholischen Anteile kamen hier sehr zum Tragen.

Im dritten und letzten Teil wurde es ein wenig beschwingter und leichter, denn hier wählten die Musiker das Klarinettentrio von Johannes Brahms. Wie auch schon bei den anderen vorgetragenen Stücken, entdeckte man hier wieder diese jugendliche Spritzigkeit gepaart mit faszinierender Hingabe und Professionalität.

Das begeisterte Publikum dankte es den Jungmusikern mit langanhaltendem Applaus und die Musiker ihrerseits mit einer Zugabe.

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