Matinee der Musikschule Friedrichshafen: Das Jugendsinfonieorchester unter Andres Schreiber spielt ein Mozart-Klavierkonzert, am
Matinee der Musikschule Friedrichshafen: Das Jugendsinfonieorchester unter Andres Schreiber spielt ein Mozart-Klavierkonzert, am Klavier der 13-jährige Elias Bayha. (Foto: Helmut Voith)
Helmut Voith

„Es war eine grandiose Leistung, alle Orchester sind mächtig gewachsen“, hat Musikschulleiterin Sabine Hermann-Wüster am Ende des fast zweistündigen Konzerts am Sonntagmorgen im Graf-Zeppelin-Haus resümiert. Einige Zuhörer mussten sogar mit einem Stehplatz vorliebnehmen, so voll war der Ludwig-Dürr-Saal bei der Matinee unter dem Motto „Saitenspiel im Sommerwind“ mit Orchestern, Ensembles und Solisten der Musikschule.

Mit starkem Applaus wurde das Blasorchester „Windstärken“ unter Thomas Unger bedacht. Behutsam ging er auf die Register zu, brachte sie zum Klingen, zum differenzierten Spiel, das neben der Rhythmik auch der Entfaltung der Melodie Raum gab. Zeitgenössisches wie „Lord of the Dance“ oder Mambo Nr. 5 stand auf dem Programm, Werke, die bei den Jugendlichen hörbar angekommen waren.

Von weit über 100 Mitwirkenden sprach Sabine Hermann-Wüster in ihrer kurzen Begrüßung. Dann eroberte das fast ausschließlich aus Mädchen bestehende Liederorchester unter Valeryia Gutzeit die Bühne. So viele junge Streicherinnen im richtigen Takt zu halten, ist eine Leistung, die allein für sich schon Respekt fordert. Mit den Schlagzeugensembles I und II unter Torsten Wenz war die Zeit der Jungen gekommen. Erst erzeugten sie rhythmische Muster durch Klatschen, Klopfen und einige gesprochene Worte, dann kam in der zweiten Gruppe das Schlagen mit Holzstäben.

Mit der „Sinfonietta“ unter Corinna Hang, die zuerst das Alleluja von Mozart spielte, kam die nächste Stufe der Streichensembles. Es ist immer wieder faszinierend, in wie wenigen Jahren sich die Leistung unwahrscheinlich steigert. Gerade in einer Zeit makelloser Aufnahmen tut es Musikliebhabern gut zu erleben, wie Musik entsteht, wie viel Anstrengung nötig ist, bis das Spiel leicht und mühelos erscheint. Dass das auch richtig Spaß macht, bewiesen die jungen Musiker mit den „Pirates of the Caribbean“.

Nach kurzer Umbaupause stellte sich das Jugendsinfonieorchester unter Andrea Schreiber mit dem Slawischen Tanz op. 46 Nr. 8 vor. Schlicht gesagt: ein echter Genuss für die Ohren bis hinein in die Pianostellen. Der krönende Abschluss war Mozarts Klavierkonzert A-Dur KV 488. In jedem Satz übernahm ein Anderer den Solistenpart. Alle drei – die 15-jährige Sabeth Gersak, der 13-jährige Elias Bayha und der 14-jährige Justin Bauer-Chen aus den Klavierklassen von Adriana Lang und Ulrich Murtfeld – haben gefallen, haben ihre innere Nervosität überspielt und gezeigt, dass schönes Musizieren dann geschieht, wenn es spielerisch wirkt, mit Leichtigkeit herüberkommt und berührt. Am Ende stand der Dank der Schulleiterin an Schüler, Eltern und Kollegen. Nur durch gutes Zusammenspiel kann so ein gelungenes Konzert entstehen.

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