Jetzt geht’s los: Grünes Licht der Behörden für Zeppelin-Geschäfte in Skandinavien

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 Schweres Gerät aus dem Hause Caterpillar.
Schweres Gerät aus dem Hause Caterpillar. (Foto: Caterpillar)
Schwäbische Zeitung

Zum Jahreswechsel hat die Zeppelin GmbH den Vertrieb und den Service für Baumaschinen des US-Konzerns Caterpillar auch für Schweden, Dänemark und Grönland übernommen. Der Konzern, der der Friedrichshafener Zeppelin-Stiftung gehört, will ab sofort im Norden Europas einen Wachstumskurs fahren. Die Übernahme ist der größte Deal in der Unternehmensgeschichte.

Die Transaktion, die Ende September bekannt gemacht worden ist, wurde nun von verschiedenen europäischen Aufsichtsbehörden genehmigt und zum Jahreswechsel vollzogen. Zeppelin will „die Maschinenpopulation gezielt und konsequent“ ausbauen und „das Ersatzteil- und Servicegeschäft mit guten Servicekonzepten“ stärken.

Ein weiterer Schwerpunkt: der Aufbau einer schlagkräftigen Vermiet-Organisation und die Förderung des Gebrauchtmaschinengeschäfts.

 Die Geschäftsführung der Zeppelin GmbH (von links): Christian Dummler (Finanzen), Alexandra Mebus (Personal), Michael Heidemann
Die Geschäftsführung der Zeppelin GmbH (von links): Christian Dummler (Finanzen), Alexandra Mebus (Personal), Michael Heidemann (stellvertretender Vorsitzender) und Peter Gerstmann (Vorsitzender der Geschäftsführung). (Foto: Benjamin Stolle/Zeppelin)

„Wir freuen uns darauf, die Erfolgsgeschichte des Zeppelin-Konzerns gemeinsam mit den neuen nordeuropäischen Kolleginnen und Kollegen und unserem langjährigen Partner Caterpillar fortzuführen,“ wird Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin GmbH, in der Mitteilung zitiert.

Andreas Brand, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Zeppelin GmbH und Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen, schließt sich an: „Zeppelins Erfolg beruht auf dem Leistungswillen und der Leidenschaft seiner Mitarbeiter. Das hat den Zeppelin-Konzern zum weltweit größten und erfolgreichsten Vertriebs- und Servicepartner von Caterpillar gemacht.“

Mitarbeiter sollen an Bord bleiben

Zeppelin übernimmt die Vertriebsverantwortung von der niederländischen Unternehmensgruppe Pon. Die 800 ehemaligen Pon-Mitarbeiter sollen an Bord bleiben.

Das Skandinaviengeschäft mit Cat-Maschinen wird in einer neuen Strategischen Geschäftseinheit unter dem Namen „Baumaschinen Nordics“ gebündelt. Die Leitung übernimmt Volker Poßögel, bisher Leiter der Strategischen Geschäftseinheit Power Systems.

Neben der Vertriebs- und Servicepartnerschaft mit Caterpillar integriert Zeppelin auch die Sitech- Gesellschaften in Schweden und Dänemark, die auf Vertrieb und Service von Produkten des amerikanischen Technologiekonzerns Trimble spezialisiert sind.

Trimble baut Maschinensteuerungen, GPS-Positionierungen und Flottenmanagementsysteme und bietet Hard- und Software für Bauplanung und die Steuerung integrierter Bauprozesse.

Als weiterer Bestandteil der Transaktion geht laut Mitteilung die in Estland ansässige Baltic Marine Contractors (BMC) von Pon auf Zeppelin über. In dieser Gesellschaft sind die Vertriebs- und Serviceaktivitäten rund um die Marke MaK gebündelt, unter der Premium-Schiffsmotoren und große Gasmotoren für die Energieerzeugung angeboten werden.

Künftig wird Zeppelin nicht nur in Schweden, Dänemark und Grönland, sondern auch in Estland, Lettland, Litauen, Finnland, Island und auf den Färöer Inseln den Vertrieb und Service dieser Motoren betreuen.

Zeppelin ist seit 1954 im Vertrieb und Service von Caterpillar-Bau-, und Bergbaumaschinen sowie Cat- und MaK-Motoren tätig. Der Konzern hat im Laufe der Jahre sein Vertriebs- und Servicegebiet ebenso wie sein Produkt- und Dienstleistungsportfolio stetig ausgebaut.

Heute ist Zeppelin mit diesem Angebot nicht nur in Deutschland, Österreich, Tschechien und der Slowakei, sondern auch in großen Teilen der Russischen Föderation, in der Ukraine, in Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, in Armenien und Weißrussland tätig.

Knapp 10000 Mitarbeiter in 38 Ländern haben 2018 einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dank der zusätzlichen Geschäfte in Skandinavien könnte diese Zahl im Jahr 2020 größer ausfallen.

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