Jedes fünfte Auto fährt illegal in die Fußgängerzone

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Wer reinfahren darf, ist klar geregelt – und dennoch sind in der Häfler Fußgängerzone aus Sicht des Gemeinderats zu viele Autof
Wer reinfahren darf, ist klar geregelt – und dennoch sind in der Häfler Fußgängerzone aus Sicht des Gemeinderats zu viele Autofahrer unterwegs, die dazu nicht berechtigt sind. (Foto: Jens Lindenmüller)

Können verstärkte Kontrollen dazu beitragen, die Häfler Fußgängerzone weitgehend frei zu halten von Fahrzeugen, die dort nicht fahren dürfen? Ein gutes Jahr, nachdem der Gemeinderat die Stadtverwaltung damit beauftragt hat, die personellen Voraussetzungen zu schaffen, um die Kontrollen intensivieren zu können, lässt sich diese Frage nur bedingt beantworten.

Autos komplett aus der Häfler Fußgängerzone rauszuhalten, ist allein schon deshalb nicht möglich, weil sich hier Geschäfte, Restaurants oder auch Hotels befinden, zu denen die Zufahrt möglich sein muss. Das Problem: Es fahren eben nicht nur die in die Fußgängerzone, die das dürfen, sondern auch andere. Und weil das nach Ansicht der Mehrheit des Gemeinderats in der Vergangenheit zu viele waren, ist die Stadtverwaltung gefordert, etwas dagegen zu unternehmen – konkret in Form von verstärkten Kontrollen.

Dafür hat die Stadt zum 1. April 2017 zwar einen neuen Mitarbeiter für den Gemeindevollzugsdienst eingestellt. Weil zeitgleich aber ein anderer Mitarbeiter im Wege der Altersteilzeit ausschied, dessen Stelle erst im zweiten Anlauf im März 2018 adäquat neu besetzt werden konnte und ein weiterer Mitarbeiter wegen einer Erkrankung über mehrere Monate ausfiel, haben sich die personellen Kapazitäten zunächst eher reduziert als erhöht. Um dem Auftrag dennoch wenigstens teilweise gerecht werden zu können, sind zumindest jene Kontrollen, bei denen Autofahrer angehalten werden, intensiviert worden – vor allem abends.

Nicht nachlassen

Dass die Kontrollen generell eine gewisse Wirkung erzielt haben, macht die Stadtverwaltung daran fest, dass der Anteil der unberechtigten Einfahrten in die Fußgängerzone „nur“ rund 20 Prozent am Gesamtverkehr betrage. Die Zahl jener, die mehrfach vor allem abends ohne Berechtigung bei der Einfahrt erwischt wurden, ist laut Verwaltung in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Hier zeigen offenbar die für den Wiederholungsfall angedrohten Bußgelder Wirkung. Als Präventionsmaßnahme wirkungslos bleiben solche Androhungen allerdings bei auswärtigen Autofahrern, weil das immer wieder andere sind. Und deren Anteil an den Verstößen ingesamt ist mit 40 Prozent relativ hoch.

Im Großen und Ganzen recht zufrieden mit dem Zwischenbericht zeigten sich am Montag die Mitglieder des Finanz- und Verwaltungsausschusses. So stellte CDU-Fraktions-chef Achim Brotzer fest, dass sich die Situation durch die Kontrollen verbessert habe – dass man aber auch nicht nachlassen dürfe, denn: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Gaby Lamparsky (FDP) konstatierte nüchtern, dass man nicht erwarten könne, dass Verkehrsteilnehmer sich in der Altstadt anders verhalten würden als andernorts.

Sylvia Hiß-Petrowitz (ÖDP) äußerte Zweifel, ob all jene, die einen Berechtigungsschein für die Einfahrt in die Fußgängerzone haben, diesen wirklich zurecht erhalten haben. Es falle doch sehr auf, dass da oft gleich mehrere Kennzeichen angegeben seien – und längst nicht alle mit „FN“ beginnen.

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