Information, Meinungsbildung und Kontrolle

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Unabhängige Information: In einer neuen Serie beschäftigt sich die „Schwäbische Zeitung“ mit dem Klima – und dem Klimawandel.
Unabhängige Information: In einer neuen Serie beschäftigt sich die „Schwäbische Zeitung“ mit dem Klima – und dem Klimawandel. (Foto: mps)

Immer wieder versuchen Personen, die Veröffentlichung von Informationen zu verhindern, weil sie sich in ihren Persönlichkeitsrechten und in ihrer Privatsphäre verletzt fühlen – und das nicht erst seit der Veröffentlichung des Ibiza-Videos des ehemaligen Vizekanzlers Österreichs, Heinz-Christian Strache. Ebenso oft jedoch wird festgestellt, dass eine Veröffentlichung Aufgabe der Presse und im Interesse der Öffentlichkeit liegt.

Und das, weil „die Medien in der Demokratie eine Kontrollfunktion (haben) – zumindest jene Zeitungen und Zeitschriften, Netzportale, Radio- und Fernsehsender, die bereit sind, diese Funktion auch auszuüben“, schreibt der Kollege der Süddeutschen Zeitung, Kurt Kister, in seinem Kommentar zur Veröffentlichung des Videos unter dem Titel „Und was geht das jetzt ,die deutsche Presse’ an?“ (19. Mai 2029, 18.52 Uhr, www.suedddeutsche.de). Hintergrund seiner Aussage sind die Funktionen, die die Presse und damit die Tageszeitungen haben. Sie reichen von der Informationsfunktion, Meinungsbildungsfunktion bis zur Kritik- und Kontrollfunktion in den Lebensbereichen Politik, Wirtschaft sowie Kultur und Soziales.

Eine sehr gute Zusammenfassung zu der Frage, welche Aufgaben Tageszeitungen beziehungsweise Medien in der Demokratie haben, hat die Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlicht. Da heißt es: „Da die Bürger in einer Demokratie mitbestimmen können und sollen, müssen sie über die wichtigen politischen Abläufe und Inhalte informiert werden. Es gibt jedoch viele politische Ereignisse, die oftmals sehr komplex sind und auch abseits der Öffentlichkeit in speziellen Gremien stattfinden. Medien können darauf aufmerksam machen und die verschiedenen Positionen erläutern beziehungsweise den Beteiligten Raum für Erläuterungen bieten.“ In einem umfangreichen Essay beschreibt die Bundeszentrale auf ihrer Internetseite www.bpb.de am 22. November 2016 die Funktionen der Medien.

Sprachrohr der Leser

Mit der Arbeit der Medien eröffnen sich „Möglichkeiten der Kontrolle und Kritik, da Vorgehensweisen und Inhalte politischer Vorgehensweisen hinterfragt werden.“ (BPB) Investigativer, also selbst nachforschender und aufdeckender Journalismus könne zugleich dazu beitragen, die Bürger frühzeitig über Entwicklungen zu informieren, oder sie sogar vor möglichen Fehlentwicklungen zu warnen, schreibt die Bundeszentrale. Die Bürger werden informiert und in die Lage versetzt, selbst zu urteilen und trotz komplexer Sachverhalte zur aktiven Beteiligung an politischen Prozessen animiert.

Ähnliche Aufgaben habe Tageszeitungen natürlich auch in den Bereichen Wirtschaft sowie Kultur und Soziales. Die „Schwäbische Zeitung“ hat sich immer schon der Information, der Kontrolle und Kritik und der Meinungsbildung verschrieben. Ein Umstand, der 1918 beinahe das Leben des damaligen Verlegers Ottmar Gesslers gekostet hätte. Nach Ausbruch der Revolution hatten auch in Friedrichshafen Arbeiter- und Soldatenräte versucht, Einfluss auf die Lokalzeitung, das „Seeblatt“, zu nehmen. Angesichts zunehmender Strafandrohungen gegen den Verlag hatte der Generaldirektor der Luftschiffbau Zeppelin, Alfred Colsman eine Versammlung einberufen, in der Ottmar Gessler „das Recht seiner Zeitung auf freie Meinungsäußerung zwar erfolgreich verteidigen konnte, aber plötzlich von einem hünenhaften Marinesoldaten attackiert wurde“, schreiben dazu Fritz Meier und Georg Wieland in ihrem Buch „150 Jahre Zeitung in Friedrichshafen“ (Verlag Robert Gessler, 1994).

Die Tageszeitung soll also unabhängig über all das informieren, das uns täglich in dieser Stadt umgibt, eine Meinung bilden und Kritik üben. Dazu gehören auch die Angelegenheiten der Menschen dieser Stadt. Die Lokalzeitung im Besonderen hat zudem die Aufgabe, Sprachrohr – selbstverständlich im Rahmen des Presserechtes – seiner Leser zu sein. Im Klartext heißt das, dass wir stets für unsere Leser da sind. Rufen Sie uns einfach an, schreiben Sie uns oder kommen Sie vorbei.

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