In der Krone zu Schnetzenhausen wird alte Schule in bestem Sinne zelebriert

Eine Wucht: Zweierlei vom Reh mit einer sehr gehaltvollen, aromareichen Soße.
Eine Wucht: Zweierlei vom Reh mit einer sehr gehaltvollen, aromareichen Soße. (Foto: Erich Nyffenegger)
Redakteur

Eine große Gastronomie zu bespielen war schon immer keine Kleinigkeit. In heutiger Zeit, in der Gäste verunsichert, Personal knapp und Firmen zum Sparen angehalten sind, ist es bestimmt nicht einfacher geworden.

Umso erstaunlicher, wenn Betriebe wie die Krone in Schnetzenhausen im tosenden Sturm der Unsicherheiten eine Konstante bleiben. Und von mittags bis abends durchgehend etwas zu bieten haben für hungrige Gäste. Etwa einen Mittagstisch, den sowohl der Pensionär gerne wahrnimmt, als auch der Handwerker oder Business-Mensch.

Platz genug ist jedenfalls, auch für den größeren Ansturm. Dafür sorgen die diversen Gasträume. Das Ambiente hat überall etwas Vertrautes, Gepflegtes. Nicht immer gerade modern – manche Stube steht unter dem Eindruck von schwerem Holz und dem Auerhahn auf Bildern oder als Skulptur. Andere haben eine angenehme Eleganz mit schöner Tischwäsche, stets eingedeckt mit Stoffservietten.

Kurzum: Die Krone vereint in diversen Ausprägungen all das unter einem Dach, was man sich unter einer gepflegten Gastronomie vorstellt. Dazu passen auch die Menschen im Service, wahlweise in Schwarz-Weiß gekleidet oder im Dirndl. Und: Die Kellnerinnen und Kellner sind spürbar vom Fach und kümmern sich nach alter Schule ums Wohlergehen der Gäste.

Auf dem Teller wird richtig was geboten

Und die Küche? Als Maschinenraum der Krone muss sie in der Lage sein, in kurzer Zeit ein paar Hundert Gänge zu schicken, ohne dass der Genießer den Eindruck von Massenproduktion am Gaumen bekommt.

Wie das gelingt? Den saisonalen Start macht eine doch sehr brav wirkenden Kürbissuppe mit einem Klecks Sahne. Dazu aalt sich am Tellerrand eine schön glasig gebratene Garnele. Die Suppe selbst hat eine gewisse Salzigkeit, von der das Gemüse überdeckt wird. Irgendwo hinten am Gaumen schleicht sich das Aroma von Curry zögerlich heran.

Da ist der Hauptgang schon ein anderes Kaliber: Zweierlei vom Reh mit gebratenen Serviettenknödel-Scheiben, Rosenkohl und Karotten. Da ist richtig was geboten auf dem Teller, und die Zunge tanzt Polka.

Etwa als sie zum ersten Mal mit der Soße in Berührung kommt. Sofort entfalten sich schwere Aromen von Wacholder, Rotwein, Karamell und Lakritz. Die Soße ist derart gehaltvoll, dass sie wie eine Lasur den Teller überzieht. Das Ergebnis langen Schmorens, Konzentrierens, Verdichtens. Eine Wucht!

Die Rehbratenscheiben können unter diesem Eindruck sehr gut verstecken, dass sie eigentlich ein bisschen trocken sind. Saftig und kräftig ist indes die Maultasche, gefüllt mit Rehfleisch, rund abgeschmeckt und knusprig gebraten. Das gilt auch für die Serviettenknödel, die im Mund noch nachknuspern. Darüber hinaus tummeln sich noch ein paar Steinpilzstückchen über dem Wild.

Die Karte listet neben schwäbischen Klassikern auch Steaks und Burger sowie eine kleine Fischabteilung auf. Und auch Salate beherrscht das Küchenteam, wie die gemischte Variante mit schmackhaftem Kartoffelsalat sowie cremigem Hausdressing über den Blättern gezeigt hat.

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