Immer wieder sterben Hunde in der Region an Vergiftungen

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Leider sind nicht alle Giftköder so gut markiert wie hier (Foto: Niklas Bartholmeß)
Niklas Bartholmeß

Die Mischlingshündin Laika aus Friedrichshafen ist Ende Mai gestorben. Manuela Kölbel und Peter Schulze, die Besitzer, vermuten: Es war Gift. Bei einem Spaziergang mit Laika und der Nachbarin war zuerst noch alles in Ordnung, doch auf dem Rückweg trug Laika plötzlich Schaum vor dem Mund, fing an zu spucken. Kaum vier Stunden später war Laika tot.

„Quirlig, freundlich, verspielt“ sei die Hündin gewesen, erzählt Peter Schulze. Er verkneift sich die Tränen, wenn er über Laika spricht, es gelingt ihm nur schwer. Jetzt will er nur noch wissen, warum sein Hund gestorben ist. Die Symptome, die Laika hatte, deuten laut ihres Tierarztes auf eine Vergiftung hin. Eine Untersuchung bestätigte schließlich: Es war Rattengift, das Laika versehentlich geschluckt hat. Und das ist kein Einzelfall: Immer wieder sterben in der Region Hunde, nachdem sie Giftköder gefressen haben. Einen ähnlichen Fall gab es zuletzt im Januar in Wangen.

Meist sterben die Hunde an Fleischködern, die vergiftet ausgelegt werden. Auch in Laikas Fall wird das vermutet. Ob dahinter ein Hundehasser steckt oder ob jemand verbotenerweise einen Fuchs vergiften wollte, ist allerdings ungeklärt. „Es ist strengstens verboten, Füchse zu vergiften“, sagt Günter Hermann vom Veterinäramt in Friedrichshafen. Trotzdem komme es immer wieder vor. Manchmal seien es zum Beispiel Hühnerbesitzer, die ihren Stall vor Füchsen schützen wollen – die möglichen Folgen für andere Tiere werden ignoriert.

Ein solcher Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gilt als Straftat. Täter müssen mit einer Anzeige rechnen, sollte ihnen das Vergiften von Tieren nachgewiesen werden – was aber nur selten möglich ist. Besitzer, deren Haustiere durch Gift zu Schaden kommen, können dann aber nur auf finanziellen Schadenersatz hoffen. Das ist nicht viel bei einem Mischlingshund.

Michael Scheirle, Tierarzt in Friedrichshafen, behandelt „ein bis zwei vergleichbare Fälle pro Jahr“. „Falls bekannt ist, dass ein Hund Gift gefressen hat, sollte man ihm so schnell wie möglich ein Mittel zum erbrechen geben“, rät er. Man sollte den Hund dann auf jeden Fall zum Tierarzt bringen, dort gibt es Tabletten, Injektionen oder eine Bluttransfusion. „Das ist ein sehr teures Verfahren“, so Michael Scheirle. Sollten trotzdem innere Blutungen auftreten, „ist der Tod so gut wie sicher“.

Wie Laikas behandelnder Tierarzt sagt, hat die Hündin nicht auf ein verabreichtes Gegengift reagiert. Jegliche Versuche, ihre Körperfunktionen zu stabilisieren, sei fehlgeschlagen. Und wegen „massiven Gerinnungsstörungen“ bestanden bald kaum noch Chancen auf eine Rettung. Laika musste zwar nicht „qualvoll sterben“, und auch die typischen Verkrampfungen blieben aus, den Schmerz der Besitzer wird das aber kaum lindern.

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