Freuen sich über die neue „Kreativbox“ im GPZ (von links): Sarah Heim (Mitarbeiterin GPZ), Ulrike Kichle (beschäftigte im GPZ),
Freuen sich über die neue „Kreativbox“ im GPZ (von links): Sarah Heim (Mitarbeiterin GPZ), Ulrike Kichle (beschäftigte im GPZ), Ulrich Ott (Geschäftsfrüher GPZ), Rainer Barth (BeiratGPZ), Norbert Braun (Werkstattleiter GPZ) und Brigitte Meßmer, ebenfalls vom Beirat des GPZ. (Foto: lys)
Lydia Schäfer

Das Gemeindepsychiatrische Zentrum (GPZ) hat mit der Eröffnung einer „Kreativbox“ ein neues Angebot geschaffen. In der Papierwelt steht die Regalwand, unterteilt in unterschiedlich große Boxen, die Interessenten gegen eine monatliche Gebühr anmieten können. Die Idee dahinter ist, dass kreative Menschen ihre Werke dort ausstellen und verkaufen können. An Kosten entstehen lediglich eine monatliche Aufwandsentschädigung für die Box und zehn Prozent von den verkauften Produkten.

„Diese zehn Prozent fließen dann wieder ins GPZ, so dass unsere Beschäftigten auch davon profitieren“, sagt Geschäftsführer Ulrich Ott. Inklusion wird in seinem Haus groß geschrieben. Es unterstützt Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen bei ihrer Alltags- und Tagesstruktur, ist beratend tätig und ist ein Netzwerk mit unterschiedlichen Akteuren, die ein breites Spektrum an Hilfeleistungen anbieten. „Wir sind aber auch ein Dienstleistungsbetrieb“, hebt Ott hervor. Bereits jetzt habe man mit dem öffentlichen Café „City“, dem dortigen Mittagstisch, dem Ladengeschäft Papierwelt sowie den Gastro- und Tagesräumen ein Angebot für die Häfler Bürger geschaffen, berichtet Ott

Die Idee zur „Kreativbox“ kam von Künstlerin Brigitte Meßmer, die Mitglied im beratenden Beirat des GPZ ist. „Jeder Mensch hat eine Begabung“, sagt sie überzeugt. Mit den „Kreativboxen“ wird Interessenten die Möglichkeit geboten, ihre Werke anzubieten, ohne ein großes finanzielles Risiko einzugehen. „Man braucht nicht ständig vor Ort sei, da hier Mitarbeiter des GPZ den Verkauf betreuen“, erklärt sie weiter. „Manche arbeiten mit Holz, andere mit Metall, der oder die nächste hat seine Stärken in der Handarbeit oder ist kreativ mit Papier, aber nicht jeder kann das groß vermarkten.“ Von den 24 vorhandenen Boxen können acht Boxen noch angemietet werden.

Die Regalwand zeigt, wie kreativ die Häfler sind. Selbstgenähtes für Babys und Kleinkinder wie Strampler, Mützen und Tücher, edler Silberschmuck mit Bodenseekieseln, Papierkörbchen, Postkarten, Gestricktes und Gehäkeltes, Gewürze, genähte Taschen oder Up-Cycling- Produkte wie Federmäppchen aus Fahrradschläuchen können bereits gekauft werden.

Auch die Beschäftigten im GPZ begrüßen das erweiterte Angebot. Ulrike Kichle vom Werkstattrat sprach im Namen der Beschäftigten: „Wir freuen uns über die ,Kreativbox’, da sich die Möglichkeit ergibt Neues dazuzulernen und ein Bereich entstanden ist, der den Kundenkontakt erweitert.“ Das erhofft sich auch Rainer Barth, Vorsitzender des Beirats: „Die Bürger sollen sehen und erleben, was hier geschafft wird“. Im GPZ gebe es den „besten und preiswertesten Kaffee in ganz Friedrichshafen“ und die „Kreativbox“ sei für jedermann zu mieten, so dass auch hier eine Möglichkeit geschaffen wurde, Kontakte aufzubauen.

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