Im Corona-Jahr mit dem Berufswunsch infiziert

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 Sophia Seibold aus Friedrichshafen sahnt beim „issen was geht“-Gewinnspiel 2020 ab. Sie bekommt den Preis von Benedikt Otte, Ge
Sophia Seibold aus Friedrichshafen sahnt beim „issen was geht“-Gewinnspiel 2020 ab. Sie bekommt den Preis von Benedikt Otte, Geschäftsführer der WFB überreicht. (Foto: WFB)
Schwäbische Zeitung

Coronabedingt ist die Berufswahlaktion „wissen was geht“ der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH (WFB) mit einem Mischkonzept aus Digitalterminen und Vorortbesichtigungen über die Bühne gegangen. Das tat dem Interesse der jungen Menschen keinen Abbruch: Das Angebot nahmen dennoch viele Jugendliche an. Denn auch das Fehlen sonstiger Angebote zur Berufsorientierung in diesem Jahr begünstigte den Ansturm auf die Aktion, wie die WFB mitteilt.

„wissen was geht“ hat zum Ziel, dass Schüler durch Betriebsbesichtigungen in Unternehmen reinschnuppern können. Die Jugendlichen sollen unterschiedliche Berufe, Betriebe und Branchen live erleben können. Dies gestaltete sich in diesem Jahr aufgrund von Corona deutlich komplizierter. „Wir haben im Frühjahr entschieden, dass wir wissen was geht! mit einem geänderten Konzept durchziehen“, so Benedikt Otte, Geschäftsführer der WFB. „Denn der Bedarf bei den Jugendlichen und den Unternehmen zeichnete sich als außergewöhnlich hoch ab. Andere Bildungsmessen und sonstige Kennenlernplattformen konnten ja nicht stattfinden“, so Otte weiter.

Um das gegenseitige Kennenlernen von Unternehmen und Nachwuchskräften zu ermöglichen, wurde das Konzept von „wissen was geht“ umgestellt. Hygienebestimmungen mussten eingehalten werden und gleichzeitig durfte der organisatorische Aufwand für Unternehmen keine unvertretbaren Ausmaße einnehmen. Die WFB setzte daher auf Digitalterminen und Vorortbesichtigungen. Unternehmen, die beispielsweise urch eine geringere Gruppenstärke Abstandsregeln einhalten konnten, hatten so die Möglichkeit, interessierten Schülern in einer nahbaren und ungezwungenen Atmosphäre den Betrieb zu zeigen. Unternehmen, bei denen beispielsweise Konzernvorgaben den Empfang von Besuchergruppen grundsätzlich untersagten, konnten sich in einem lockeren Online-Meeting mit den Jugendlichen austauschen und Fragen zum Unternehmen und zur Ausbildung ganz persönlich beantworten, heißt es vonseiten der WFB.

Das Konzept ging auf: Insgesamt 239 Jugendliche meldeten sich für 734 Termine an. Mit 39 teilnehmenden Unternehmen und 41 Besichtigungsterminen fand in den Sommerferien im Durchschnitt täglich mindestens ein Termin statt. Davon waren 20 komplett ausgebucht und die Nachrückerlisten waren teils genauso lang wie die Teilnehmerlisten selbst. „Das Feedback der Jugendlichen und der Unternehmen war durchweg positiv, was uns natürlich sehr freut. Auch die Digitaltermine fanden insgesamt guten Anklang. Im Vergleich sind sich aber alle Beteiligten einig – wenn möglich sind Vororttermine besser“, berichtet Otte. „Auch haben die Unternehmen, Sponsoren und Schulen trotz der äußerst schwierigen Bedingungen voll mitgezogen“, so Otte weiter.

Die Sponsoren 2020 waren die Meersburg Therme und Ravensbuch. Die von ihnen erhaltenen Gutscheine wurden unter den Jugendlichen verlost, die an einer Befragung zu „wissen was geht“ teilnahmen. Der Hauptgewinnerin war Sophia Seibold aus Friedrichshafen

Außerdem haben sich in diesem Jahr erstmals die Schulen des Berufsschulzentrums Friedrichshafen, die Claude-Dornier-Schule, die Droste-Hülshoff-Schule und die Hugo-Eckener-Schule, als Partnerschulen an „wissen was geht“ beteiligt und die Ferienaktion unterstützt. 2021 soll eine solche Kooperation auch mit weiteren Schulen im Bodenseekreis eingegangen werden. „Der Fachkräftemangel ist eine strukturelle Herausforderung für uns alle, ungeachtet von Ereignissen wie Corona oder Konjunkturschwankungen. Wir als Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH halten ,wissen was geht’ für ein Kernangebot zur Berufsorientierung im Bodenseekreis und werden auch 2021 alles daransetzen, dass der richtige Betrieb zum richtigen Azubi findet“, sagt Benedikt Otte, Geschäftsführer der WFB, mit Ausblick auf das kommende Jahr.

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