„Wir haben allen Anlass, optimistisch zu sein“: Die Vorstandsmitglieder Heike Kemmner und Klaus Gallist blicken auf das beste Ge
„Wir haben allen Anlass, optimistisch zu sein“: Die Vorstandsmitglieder Heike Kemmner und Klaus Gallist blicken auf das beste Geschäftsjahr der Internationales Bankhaus Bodensee AG zurück. (Foto: sig)
Siegfried Großkopf

Die Internationales Bankhaus Bodensee AG (IBB) hat 2018 ihr Betriebsergebnis vor Steuern um 27,6 Prozent auf 16,2 Millionen Euro gesteigert und ihr Eigenkapital um sieben Millionen Euro gestärkt. Der Jahresüberschuss wurde bei 5,2 Millionen Euro gehalten. Vom besten Geschäftsjahr seit Gründung der Bank vor 24 Jahren und einem Rekordgewinn sprachen bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag die Vorstandsmitglieder Klaus Gallist und Heike Kemmner.

Erstmals im neuen Ambiente seit dem Umzug im vergangenen Juni in den Gewerbepark beim Flughafen betonte der für die Marktbereiche zuständige Vorstand Klaus Gallist die „sehr gute Entwicklung“ trotz der nach wie vor herausfordernden Rahmenbedingungen in der Kreditbranche. Der Zinsüberschuss (Zinserträge abzüglich Zinsaufwendungen) wuchs um 2,8 Prozent auf 40,7 Millionen Euro. Der Verwaltungsaufwand entwickelte sich mit 27,8 Millionen Euro weiter stabil und lag nur knapp (aufgrund des Umzugs) über dem Vorjahreswert von 26 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss nahm planmäßig von 5,1 Millionen im Vorjahr auf 4,4 Millionen Euro ab.

Das Geschäftsvolumen der Bank, die sich im Segment zwischen fünf und 15 Millionen bewegt und derzeit 179 Mitarbeiter beschäftigt, hat sich positiv entwickelt. Die Bilanzsumme liegt bei 1,5 Milliarden Euro (Vorjahr 1,4). Erneut wurde die IBB 2018 zu einer der besten Anlagebanken Deutschlands gekürt. Hauptsitz ist in Friedrichshafen, Niederlassungen befinden sich in Freudenstadt, Konstanz, Künzelsau, München und Radolfzell.

Rückgrat ist nach wie vor das gewerbliche Immobiliengeschäft, bei dem man sich zu 90 Prozent auf bestehende Kundenbeziehungen stützt. Die Geschäftspartner sind professionelle Bauträger und Aufteiler. Dabei beschränkt man sich auf Projekte an attraktiven Standorten mit Wachstumspotenzial. Das allgemein niedrige Zinsniveau beeinträchtigt den Geschäftserfolg nicht, im Gegenteil: Die niedrigen Zinsen – die laut Gallist und Kemmner nicht so schnell wieder steigen werden – begünstigen den privaten Erwerb von Immobilien. Im Luxus-Segment will man nicht unterwegs sein. „Wir pflanzen Pflänzchen“, sagte Klaus Gallist zum Einstieg ins Kunstgeschäft als weitere Nische.

Neue Adresse als „Glücksfall“

Äußerst zufrieden ist man mit dem Umzug in den Gewerbepark beim Flughafen, nachdem es in der Albrechtstraße zu eng geworden war. Auf den etwa 3000 Quadratmetern Bürofläche ist reichlich Platz für die ungefähr 150 Mitarbeiter allein in Friedrichshafen sowie für Kundenbesprechungen. Heike Kemmner nennt die neue Adresse einen „Glücksfall“: „Mit dem Umzug haben wir einen Schritt in eine moderne Bürowelt vorgenommen.“ Wobei auch am neuen Standort weiterhin gelte, eine persönliche Privatbank am Bodensee bleiben zu wollen.

Trügen die Anzeichen aus den ersten drei Monaten dieses Jahres nicht wird 2019 für die IBB mindestens „ein gutes Jahr“ – und nach Einschätzung von Klaus Gallist sogar ein noch besseres: „Wir haben allen Anlass optimistisch zu sein.“ Kreative Ansätze für das Geschäftsmodell für morgen und übermorgen zu finden, ist das Ziel der IBB AG. Das für das Kreditgeschäft zuständige Vorstandsmitglied Heike Kemmner will sich so weiterhin von anderen Banken unterscheiden. Sie sieht die IBB beim Eigenkapital und in der Risikotragfähigkeit auf einem sicheren Fundament. Die IBB verfüge zum einen über einen stabilen Gesellschafterhintergrund mit der Würth Gruppe und der Hypo Vorarlberg Bank AG. Zum anderen habe die IBB selbst dank ihres hohen Betriebsergebnisses ihr Eigenkapital durch eine Zuführung zum „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ um sieben Millionen Euro weiter stärken können.

Personelle Veränderungen gibt es im Vorstand: Heinrich Hartmann, seit dem 1. Juli 2018 dort Mitglied, hat seinen Vertrag nicht verlängert. Künftig wird es bei zwei Vorstandsmitgliedern (Klaus Gallist und Heike Kemmner) bleiben. Unterstützung kommt am 1. Juni mit einem Spezialisten auf Bereichsleiter-Ebene. Direktorin Barbara Grote-Brinkmann, bisher Abteilungsleiterin Vorstandsstab/Öfffentlichkeitsarbeit, wechselt als Personalchefin zur Sparkasse Bodensee.

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