HSG Friedrichshafen-Fischbach ist auf Aufstiegskurs

 Von der SG Argental (re. Rafaela Lehmann) nicht aufzuhalten: Die HSG Friedrichshafen-Fischbach (li. Rieke Schermer) hat mit dem
Von der SG Argental (re. Rafaela Lehmann) nicht aufzuhalten: Die HSG Friedrichshafen-Fischbach (li. Rieke Schermer) hat mit dem 32:24-Sieg die Tabellenspitze erobert. (Foto: Alexander Hoth)
Susanne Backmeister

Die Frauenmannschaft der HSG Friedrichshafen-Fischbach hat in der Handball-Bezirksklasse einen richtigen Lauf. Das hat viel mit Alexander Stehle zu tun, der nach dem coronabedingten frühen Ende der vergangenen Saison als Trainer neu einstieg.

Die langjährige Spielerin und Kreisläuferin Carina Pilsner, die nach ihrer Babypause diese Saison wieder im Häfler Team dabei ist, definiert das Erfolgsrezept von Stehle so: „Wir haben einen ganz, ganz tollen Mannschaftszusammenhalt, so war es schon seit Jahren nicht mehr. Unser Trainer sorgt dafür. Das Training ist super abwechslungsreich. Wir lernen total viel. Wir können Neues umsetzen, spielen klare Sachen, nichts Kompliziertes und das reicht. Da die Stimmung einfach gut ist und jeder dem anderen das gönnt, läuft es einfach und das merkt man wirklich diese Saison.“

Mit der ersten Halbzeit ist die HSG nicht zufrieden

Und dennoch gelingt das nicht automatisch. So kämpften die Gäste der SG Argental II am vergangenen Wochenende in der ersten Hälfte in der Bodenseehalle in Friedrichshafen auf Augenhöhe. Den Gastgeberinnen gelang es nicht wirklich, einen Vorsprung herauszuarbeiten, was der knappe Stand (13:12) zur Pause belegt. Vor allem Emma Brugger, die allein fünf Tore erzielte, und Lea Bohner mit drei Treffern glänzten im Team der SG Argental II. Die Argentaler Torhüterin Bianca Fetz hatte zwar viel zu tun, stand aber nicht vor unlösbaren Aufgaben. „Wir waren nicht sortiert. Unser Umschaltspiel war richtig schlecht. Wir haben es nicht geschafft, den Ball, den wir hinten gewonnen haben, nach vorne zu tragen. Wir haben die Torhüterin nur abgeschossen. Keine platzierten Bälle. Es war eine Katastrophe“, bilanzierte Pilsner nach dem Spiel. Daran änderte auch die Auszeit von Stehle beim Stand von 8:8 in der ersten Halbzeit nichts.

Aber Stehle brachte sein Team für die zweite Halbzeit wieder auf Kurs. Sie erreichten nicht mehr das gewohnte starke Level der bisherigen Saison an diesem Abend, konnten sich aber behaupten. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns gesteigert“, meinte Pilsner weiter: „Der Trainer hat uns den Kopf gewaschen, was auch bitter notwendig war.“ Stehles Mannschaft zeigte sich deutlich sortierter und startete augenscheinlich besser in die zweite Halbzeit. So richtig Klick machte es dann in der 38. Minute. In den folgenden fünf Minuten gelang es der HSG Friedrichshafen-Fischbach, den Vorsprung auf 28:20 auszubauen. Die Argentalerinnen blieben hartnäckig, konnten aber nicht mehr aufholen und die Begegnung endete 32:24 für die Gastgeber, die damit auf den ersten Tabellenplatz rutschten.

Trainer ist trotz Niederlage nicht unzufrieden

Insgesamt zeigten sich die von Damir Turnadzicj, der in den vergangenen fünf Jahren die Frauen der HSG Friedrichshafen-Fischbach coachte, trainierten Argentalerinnen gut vorbereitet auf die starken Gastgeber. „Wir haben gut dagegengehalten, es war ausgeglichen und es war alles drin. Wir waren dann ungeduldig im Angriff und haben technische Fehler gemacht. Das haben sie mit ihrem Tempospiel eiskalt ausgenutzt und sind weggezogen. Wir haben alles versucht. Letztendlich ist es ein verdienter Sieg für Friedrichshafen-Fischbach. Aber ich bin stolz auf meine Mädels. Sie haben alles versucht und ordentlich gespielt“, lobte Turnadzic seine Mannschaft. Argental fiel mit dieser Niederlage in der Tabelle auf Platz sechs zurück.

Stehle ist seinem Ziel Aufstieg an diesem Abend näher gerückt: „In der ersten Halbzeit haben wir eher gegen uns selber gespielt und viele Chancen liegen gelassen. In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft gelernt, dass die Dinger auch reingehen und dann flutscht sowas auch.“ Mit dem Sieg haben sie Bregenz Handball auf den zweiten Tabellenplatz in der Bezirksklasse verwiesen – ein starker Konkurrent, gegen den die HSG Friedrichshafen-Fischbach das einzige Spiel in dieser Saison verloren hatte. Stehle ist in seiner Marschrichtung vergangenen Samstag bestätigt worden: „Klares Ziel ist der Aufstieg. Wenn nicht diese Saison, dann nächste Saison. Mal schauen, ob Corona das zulässt.“

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