Hitze lässt Besucherzahlen beim Kulturufer schmelzen

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Großes Kino im kleinen Kasten: Straßenkünstler beim Kulturufer.
Großes Kino im kleinen Kasten: Straßenkünstler beim Kulturufer. (Foto: Harald Ruppert)

Beim Kulturufer schlägt sich die Hitze in den Besucherzahlen nieder. Geschätzte 115 000 Menschen besuchten das zehntägige Open Air-Festival, das am Sonntag zu Ende ging. Das sind rund 15 000 weniger als vergangenes Jahr.

Trotzdem waren laut der offiziellen Zahlen, die beim abschließenden Pressegespräch bekannt gegeben wurden, zwölf der insgesamt 37 Zeltveranstaltungen mit Eintritt ausverkauft. Unterm Strich wurden allerdings rund 1400 Karten weniger abgesetzt als im Vorjahr. Kulturbüroleiter Winfried Neumann schreibt es den Temperaturen zu: „Lieber ein Bier als König Lear“, fasst er das Publikumsverhalten zusammen – in Anspielung auf das N.N.-Theater, das im Großen Zelt eine Kombination aus Jules Verne und Shakespeare zeigte. Auch die Kindertheater hatten an den Nachmittagen nicht die gewohnten Besucherzahlen, „obwohl das Zelt gut gekühlt wurde“, so Neumann. Spät am Abend waren die Bedingungen dann jedoch ideal fürs Open Air-Kino. Es verzeichnete sogar Besucherrekorde: Beim Film ’Simpel’ waren 585 Zuschauer. So viele hatten wir noch nie“, sagt Franz Hoben vom Kulturbüro.

Etwa 1000 Jugendliche und jung Gebliebene tummelten sich täglich in den Werkstätten des Jugendzentrums Molke und seinen insgesamt 25 Popkonzerten. Auf der Aktionswiese standen an neun Tagen täglich 1600 Plätze für Kinder und Eltern zur Verfügung. Die Spielbereiche und Werkstätten füllten sich wegen der Hitze aber erst am späteren Nachmittag – ebenso der Kunsthandwerkermarkt. Dort verkauften sich leichte Sommerbekleidung und Kopfbedeckungen am besten, erklärt Marktleiter Florian Anger. Bei Spitzenwerten von 36 Grad kein Wunder. „Abends ging es aber richtig los“, so Anger. Besonders die beiden Kulturufersamstage waren demnach sehr umsatzstark.

Winfried Neumann berichtet von zufriedenen Straßenkünstlern: „Das Publikum hat sie gut entlohnt.“ Nach Ansicht von Franz Hoben waren die meisten von herausragender Qualität. „Das neue Konzept der Auswahl der Künstler und der Platzvergabe hat sich bewährt.“

Fans legen das Netz lahm

Bereits zum zweiten Mal wurde beim Kulturfer ein WLAN-Netz eingerichtet. Es wurde sogar verbessert. Durchschnittlich waren 150 bis 300 Personen online. Überlastet was das Netz nur einmal: Beim Konzert von Wincent Weiß. Seine jugendlichen Fans waren so eifrig mit dem Uploaden der live geschossenen Handy-Fotos beschäftigt, dass das Netz zusammenbrach.

Das Kulturufer ist ein erfolgreiches Festival und wird es auch bleiben – völlig unabhängig von den Wetterbedingungen, meint Franz Hoben. „Das liegt an der Konzeption des Kulturufers, an seiner Offenheit. Jeder kann kommen, wann er will. Man kann permanent etwas erleben.“

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